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Guatemalas Justiz belastet Staatschef in Korruptionsskandal

Regierung Guatemalas Justiz belastet Staatschef in Korruptionsskandal

Der Druck auf Otto Pérez wächst. Nach mehreren Ministerrücktritten legt die Justiz des mittelamerikanischen Landes kompromittierende Beweise gegen den Präsidenten vor. Auch auf der Straße fordern die Menschen seine Absetzung.

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Demonstranten in Guatemala-Stadt verlangen den Rücktritt von Präsident Otto Pérez.

Quelle: Esteban Biba

Guatemala-Stadt. Im Korruptionsskandal in Guatemala hat die Staatsanwaltschaft neue Vorwürfe gegen Präsident Otto Pérez erhoben.

Laut übereinstimmenden Berichten örtlicher Medien legten die Ermittler Mitschnitte abgehörter Telefonate von Korruptionsverdächtigen vor, auf denen die Stimme des Staatschefs zu erkennen sein soll. Erst Stunden zuvor hatte Pérez in einer Fernsehansprache Anschuldigungen zurückgewiesen und einen Rücktritt abgelehnt. Verschiedene Gruppen kündigten für diese Woche Proteste in Guatemala-Stadt an.

Bereits am Wochenende waren Tausende Menschen mit Flaggen und Transparenten auf die Straßen gegangen, um die Absetzung des Präsidenten zu fordern. Auch einige Minister verweigerten Pérez die Gefolgschaft. Vier Ressortchefs legten ihre Ämter nieder. Nach den Ministern für Wirtschaft sowie für Bildung am Samstag erklärten tags drauf ihre bisherigen Kollegen im Agrar- und im Gesundheitsressort ihren Rücktritt. Das Land wird seit Monaten von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert.

Am Freitag war die frühere Vizepräsidentin Roxana Baldetti unter anderem wegen Betrugs im Zollwesen festgenommen worden. Sie war im Mai wegen der Ermittlungen zurückgetreten. Am Montag wurde Baldetti einem Richter vorgeführt. Auch Pérez wird seit langem verdächtigt, in die Machenschaften eines als "La Línea" bekannten Korruptionsrings verwickelt zu sein.

Ein Antrag der Opposition auf Aufhebung der Immunität Pérez' war vor etwa zehn Tagen aber im Parlament gescheitert. Am 6. September finden in Guatemala Präsidentenwahlen statt. Pérez, dessen Amtszeit noch bis Januar dauert, kann nicht noch einmal antreten.

dpa

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