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Politik Hambacher Wald: Tochter von Leslie Mandoki stürzt in die Tiefe
Nachrichten Politik Hambacher Wald: Tochter von Leslie Mandoki stürzt in die Tiefe
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23:06 27.09.2018
Rettungskräfte versorgen eine Aktivistin, die von einer Leiter gestürzt ist – es handelt sich um die Tochter von Leslie Mandoki. Quelle: David Young/dpa
Kerpen

Bei der bei neuen, heftigen Protesten im Hambacher Wald abgestürzten Aktivistin handelt es sich um die Tochter des Musikers Leslie Mandoki („Dschinghis Khan“). „Die Ärzte sagen, es besteht keine Lebensgefahr“, sagte Mandoki der „Bild“-Zeitung. „Sie muss nun mehrere Tage in der Klinik bleiben, um sicherzustellen, dass sie keine inneren Verletzungen hat.“

Tochter Julia Mandoki schickte demnach eine SMS an „Bild“: „Als heute morgen die Polizei anfing, die Demonstranten aus den Baumhäusern zu drängen, kletterte ich schnell auf die Leiter.“ Dabei sei rund sechs Meter in die Tiefe gestürzt.

Polizei begann mit Räumung des letzten Baumhaus-Dorfes

Von heftigen Protesten begleitet begann die Polizei im Donnerstag mit der Räumung des letzten bekannten Baumhaus-Dorfes im Hambacher Wald. „Weil es das letzte wirkliche Dorf ist, haben sich viele Menschen hier versammelt“, sagte eine Polizeisprecherin. Mehr als 100 Menschen bildeten eine Menschenkette und leisten der Polizei energisch passiven Widerstand, wie ein dpa-Reporter berichtete. Teile der eingesetzten Polizei-Kräfte seien dabei rabiat vorgegangen. So wurde eine Frau mit einem Kabelbinder an einen Baum gefesselt.

Eine Aktivistin sitzt gefesselt am Baum und wird von eine Polizistin bewacht. Quelle: David Young/dpa

Für die Polizei ist nach eigenen Angaben noch nicht absehbar, wann die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst abgeschlossen wird. Zum einen sei die Situation am jetzigen Einsatzort „Lorien“ durch dichtes Unterholz und Baumhäuser in großer Höhe unübersichtlich. Außerdem wisse man nicht genau, wie viele Baumhäuser es noch über die bekannten hinaus gebe.

Unbekannte Substanz rieselte auf Einsatzkräfte

Nach Angaben der Feuerwehr Kerpen rieselte während der Abrissarbeiten am Donnerstagabend eine unbekannte Substanz auf Einsatzkräfte und Waldarbeiter. Anschließend klagen sie über Übelkeit und Erbrechen. Notärzte untersuchten sieben Feuerwehrleute, fünf Waldarbeiter und zwei Polizisten - zwei Feuerwehrleute kamen demnach vorsorglich ins Krankenhaus.

Ursprünglich war die Polizei von 50 bis 60 Hütten ausgegangen. Am späten Mittwochabend waren nach Polizeiangaben aber schon 64 Baumhäuser der Rodungsgegner abgebaut. Seit Beginn der Einsatzmaßnahmen vor zwei Wochen wurden laut Polizei 115 Menschen vorläufig festgenommen. Außerdem habe es 227 Gewahrsamnahmen und 674 Platzverweise gegeben. 30 Polizisten seien bislang verletzt worden.

Von RND/dpa