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Helmut Schmidts Arzt: "Müssen jederzeit mit allem rechnen"

Parteien Helmut Schmidts Arzt: "Müssen jederzeit mit allem rechnen"

Große Sorge um Altkanzler Schmidt: Dem 96-Jährigen geht es sehr schlecht. "Wir müssen jederzeit mit allem rechnen", sagt sein Leibarzt. Der Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" war erst Mitte September nach einer Operation aus der Klinik entlassen worden.

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Journalisten stehen in Hamburg vor dem Grundstück des schwer kranken Altbundeskanzlers Helmut Schmidt.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Hamburg. Altkanzler Helmut Schmidt geht es sehr schlecht. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des SPD-Politikers erfuhr, hat sich der Gesundheitszustand des 96-Jährigen erheblich verschlechtert.

Schmidts Leibarzt Prof. Heiner Greten sagte der "Bild"-Zeitung: "Sein Körper hat kaum noch Widerstandskräfte. Wir müssen jederzeit mit allem rechnen."

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Abschied vom Amt: Der gestürzte Bundeskanzler Helmut Schmidt beglückwünscht am 1.10.1982 seinen Nachfolger Helmut Kohl zu dessen Wahl. Foto: Jörg Schmitt/Archiv

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Zuerst hatten das "Hamburger Abendblatt" und der Sender NDR 90,3 am Montag unter Verweis auf Schmidts Freundeskreis über die Verschlechterung berichtet. Dem "Abendblatt" zufolge ist Schmidts Tochter aus England nach Hamburg gekommen und hält sich bei ihrem Vater im Elternhaus auf.

Der Altkanzler war Anfang September in Hamburg wegen eines Blutgerinnsels am Bein operiert worden. Nach gut zwei Wochen verließ er das Krankenhaus und kehrte in sein Haus in Hamburg-Langenhorn zurück, wo er rund um die Uhr betreut wird. "Die Entlassung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten", hatte die Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg damals erklärt.

Die "Bild"-Zeitung schrieb unter Berufung auf den Leibarzt und die Familie, Schmidts Zustand habe sich seit dem Wochenende "dramatisch zugespitzt". Der Altkanzler habe sich zusätzlich zu weiteren Beschwerden in Folge der schweren Gefäß-OP vor zwei Monaten eine unklare Infektion zugezogen, habe hohes Fieber und sei derzeit nicht mehr ansprechbar.

Nach Schmidts Entlassung aus der Klinik Mitte September hatte sein Kardiologe Prof. Karl-Heinz Kuck die Hoffnung geäußert, dass der 96-Jährige zu Hause wieder zu Kräften kommt. Gegen eine Zigarette hatte Kuck damals nichts einzuwenden. "Schmidt raucht seit mehr als 80 Jahren. Er soll ruhig wieder zur Zigarette greifen. Hauptsache, er bewegt sich."

In der Klinik hatte der SPD-Politiker und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Angaben der Ärzte nicht geraucht. Er habe aber ein Nikotinpflaster bekommen. Bei früheren Krankenhausaufenthalten soll der Altkanzler nach Informationen aus Klinikkreisen immer geraucht haben - ungeachtet eines Verbots.

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. In der Großen Koalition war er zuvor von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und danach Verteidigungs- und Finanzminister. Den Hamburgern ist Schmidt auch als tatkräftiger Innensenator während der Sturmflut von 1962 im Gedächtnis. Der Sohn eines Volksschullehrers kam am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek zur Welt.

dpa

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