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Hochschule leitet Prüfung von Leyens Doktorarbeit ein

Wissenschaft Hochschule leitet Prüfung von Leyens Doktorarbeit ein

Die Verteidigungsministerin in Verteidigungshaltung: Ursula von der Leyen wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe bei ihrer Doktorarbeit zur Frauenheilkunde gemogelt. Ihre Hochschule hat eine intensive Untersuchung" eingeleitet.

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Der EU-Parlamentarier Jorgo Chatzimarkakis bekam wie seine FDP-Kollegin Silvana Koch-Merhin Schwierigkeiten wegen seiner Doktorarbeit. Foto: Julien Warnand/Archiv

Berlin/Hannover. Die umstrittene Doktorarbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gründlich auf Regelverstöße untersucht.

Nach einer Vorprüfung durch eine Ombudsperson entschied die Hochschulleitung, nun eine fünfköpfige Kommisssion mit einer "förmlichen Untersuchung", also einer Hauptprüfung, zu betrauen. Dies lasse aber keinen Rückschluss auf das Ergebnis zu, hieß es.

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Auch sie verlor ihren Doktortitel: Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

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Die Ministerin hatte die Überprüfung selbst angestoßen, weist die Vorwürfe, sie habe "gnadenlos kopiert", aber vehement zurück. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass von der Leyen auf der Internetseite Vroniplag Wiki schwere Regelverstöße in ihrer medizinischen Doktorarbeit vorgeworfen werden.

Der Gründer der Plagiatsplattform, Martin Heidingsfelder, forderte die Aberkennung des Doktortitels von der Leyens. "Sie war extrem faul und hat gnadenlos kopiert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Schwelle zur Einleitung der Hauptprüfung sei im Verfahren zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (GWP) der Medizinischen Hochschule Hannover grundsätzlich niedrig, hieß es. Die fünfköpfige Prüfungskommission besteht aus vier gewählten Mitgliedern aus den großen Bereichen der Hochschule sowie einem Experten für das Rechtswesen. Die Schwelle zur Einleitung der Hauptprüfung sei im Verfahren zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (GWP) der Medizinischen Hochschule grundsätzlich niedrig, hieß es.

Nach Einschätzung von Plagiatsjäger Gerhard Dannemann schludern Mediziner bei ihren Doktorarbeiten häufiger als andere Wissenschaftler. "Der Publikationsdruck ist oft extrem hoch", sagte der Berliner Juraprofessor der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig seien Dissertationen mit Datenanalysen, wie es in der Medizin oft der Fall sei, schwer zu überprüfen. Dannemann und weitere Wissenschaftler dokumentieren ihre Untersuchungen zu Plagiaten in Promotionen auf der Internetseite "VroniPlag Wiki".

Mediziner stellen laut Statistischem Bundesamt die größte Gruppe der Doktortitel-Träger. 2014 bestanden rund 6300 Humanmediziner die Promotionsprüfung. Bei den Prüfungen gibt es kaum Durchfaller.

Die SPD will den Täuschungsvorwurf gegen die Verteidigungsministerin derzeit nicht bewerten. Es seien "schwerwiegende Behauptungen", die nun auf eigenen Wunsch der Ministerin überprüft würden. Dem Ergebnis sollte man nicht vorgreifen: "Ich kenne weder die Doktorarbeit, noch bin ich ein unabhängiger Prüfer", sagte SPD-Vize Ralf Stegner am Montag in Berlin.

Ganz kalt lässt es die Genossen natürlich nicht, ob der Vorgang der prominenten Christdemokratin noch gefährlich werden könnte: "Ich bin genauso gespannt auf das Ergebnis wie sie vermutlich auch", schob Stegner auf einer Pressekonferenz nach.

Aus der eigenen Partei erhielt von der Leyen Unterstützung. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl sagte der "Rheinischen Post" (Montag): "Die Menschen interessiert, wie wir aktuelle Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe."

Auch der Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten (CDU), sprang der Ministerin zur Seite: "Für sie gilt die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist", sagte er und fügte hinzu: "Das ist kein Bereich, in dem man jemand politisch ein Bein stellt."

dpa

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