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Höchste Terroralarm-Stufe in Brüssel gilt weiter

Terrorismus Höchste Terroralarm-Stufe in Brüssel gilt weiter

Höchster Terroralarm in Brüssel: Am Montag fahren am dritten Tag in Folge keine U-Bahnen, die Schulen bleiben geschlossen. Wie lange der Ausnahmezustand noch dauern soll, weiß niemand.

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Gespenstische Stille und schwer bewaffnete Einsatzkräfte: Die Galerie de la Reine im Zentrum Brüssels.

Quelle: Stephanie Lecocq

Brüssel. Brüssel bleibt in Alarmbereitschaft: Aus Sorge vor möglichen Anschlägen gilt auch am Montag am dritten Tag in Folge die höchste Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt.

Zum Beginn der Arbeitswoche wird die Metro nicht fahren; Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Das teilte Belgiens Premier Charles Michel am Sonntagabend nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates mit.

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Belgische Sicherheitskräfte kontrollieren den Eingang eines Kaufhauses.

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Stufe 4 bedeute, dass eine "ernste und unmittelbare" Bedrohung besteht. Michel sagte: "Wir fürchten einen ähnlichen Anschlag wie in Paris." Mögliche Ziele solcher Attacken könnten belebte Orte wie Einkaufszentren, Einkaufsstraßen oder der öffentliche Nahverkehr sein. Seit Samstagmorgen gilt die höchste Terrorwarnstufe für Brüssel, im Rest Belgiens gilt weiter die Stufe 3.

In Brüssel sollen sich zwei Terrorverdächtige aufhalten, darunter möglicherweise der seit einer Woche gesuchte Salah Abdeslam. Er ist der Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter und wohnte zuvor im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Abdeslam soll sich am 13. November an den Anschlägen in Paris mit 130 Toten beteiligt haben und seitdem in Brüssel verstecken.

Am Sonntagabend startete die Polizei im Zentrum von Brüssel einen großangelegten Anti-Terror-Einsatz. Mehrere Straßen in der Nähe des zentralen Marktplatzes Grand Place wurden abgesperrt, berichtete ein Reporter des belgischen Radios RTBF.

An einer Straße sei ein Linienbus quergestellt worden, um den Verkehr zu stoppen. Ein Hubschrauber kreise über den Häusern. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung für den Einsatz. Die Polizei bat vielmehr darum, keine Einzelheiten zu den laufenden Aktionen in den sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Nach Angaben belgischer Medien sind die Sicherheitsmaßnahmen so noch nie dagewesen. In der Hauptstadtregion leben mehr als eine Million Menschen. Brüssel ist Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der Nato. Die Treffen der EU-Finanzminister und der EU-Bildungsminister werden am Montag wie geplant stattfinden. Auch die EU-Kommission will normal arbeiten.

Premier Michel kündigte an, dass von Tag zu Tag neu entschieden werde: "Wir werden die Lage morgen Nachmittag neu bewerten." Das Ziel sei, so schnell wie möglich zu einem normalen Leben zurückzufinden. "Wir sind nicht glücklich über diese Situation, aber wir müssen die Verantwortung übernehmen." Er rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben.

Vorausgegangen war eine neue Beurteilung der Lage durch die Sicherheitsbehörden. Das Krisenzentrum empfiehlt, belebte Orte wie Bahnhöfe und Flughäfen zu meiden sowie Konzerte und Großereignisse abzusagen. Bereits seit Samstagmorgen sind die U-Bahnen gesperrt. An Bahnhöfen wurden Passagiere verstärkt kontrolliert, Soldaten patrouillierten.

Der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek, Bernard Clerfayt, sagte am Sonntag im belgischen Rundfunk RTBF: "Es gibt diese Gefahr. Wir haben erfahren, dass sich zwei Terroristen auf Brüsseler Territorium befinden und gefährliche Taten verüben könnten." Deshalb müsse man sehr wachsam bleiben.

Am Sonntag sorgte eine Bombendrohung gegen das Medienhaus der flämischen Gruppe Medialaan in Vilvoorde bei Brüssel kurzzeitig für Unruhe. Polizisten durchsuchten die Etagen mit Spürhunden nach Sprengstoff. "Das Gebäude wurde durchsucht und nichts Verdächtiges gefunden", sagte eine Sprecherin laut belgischer Nachrichtenagentur Belga.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Belgien die höchste Terrorstufe gilt. Nach Angaben des Radiosenders RTBF wurde sie zuletzt im Mai 2014 nach dem Attentat auf das jüdische Museum, bei dem ein Islamist vier Menschen erschoss, für jüdische Einrichtungen ausgerufen.

dpa

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