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Politik Illegale Zuwanderer putzen für Donald Trump
Nachrichten Politik Illegale Zuwanderer putzen für Donald Trump
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22:10 07.12.2018
In den privaten Räumen von Melania und Donald Trump sollen illegale Einwanderer gearbeitet haben. Quelle: AP
Washington

Miriam Jordan zählt zu den renommiertesten Journalistinnen der „New York Times“. Die Absolventin der Eliteuniversität Stanford war beruflich im Asien und Südamerika im Einsatz, bevor sie als Migrationsexpertin bei der traditionsreichen Zeitung in Manhattan anheuerte.

Jordan gilt unter Kollegen als hartgesotten, da sie bei ihren Recherchen über die Zuwanderung in die USA bereits auf die seltsamsten Auswüchse des Systems stieß. Doch mit diesem Anruf eines Rechtsanwalts aus New Jersey hatte sie nicht gerechnet: Der Jurist aus dem nahegelegenen Bundesstaat lud sie zu einem Gespräch mit Victorina Morales und Sandra Diaz ein. Die beiden Frauen, die der Jurist jetzt vertritt, arbeiteten als Haushälterinnen in den Privaträumen von Donald Trump, ohne dass sie über gültige Papiere verfügten.

Ausgerechnet der Politiker, der den Kampf gegen illegale Zuwanderung in den Mittelpunkt seiner Wahlkampfstrategie stellt, ist in seinen Privaträumen und in seinen Firmen offenbar von Arbeitskräften umgeben, die genau zu dieser Gruppe gehören.

Jordan und auch die Haushälterinnen erheben ausdrücklich nicht den Vorwurf, dass Trump um die Hintergründe seiner Mitarbeiter weiß. Als sich Morales und Diaz um ihre Jobs in Trumps Golfclub in Bedminister, New Jersey, bewarben, legten sie nach eigenen Angaben gefälschte Dokumente vor. Allerdings sei es unter amerikanischen Arbeitgebern ein offenes Geheimnis, dass ebenso wie in der Landwirtschaft vor allem im Servicebereich überwiegend Menschen ohne gültige Arbeitsgenehmigung tätig sind: „Insgesamt gehen wir von acht Millionen Menschen aus, die sich mit falschen Angaben in das große Heer der amerikanischen Arbeiterschaft einreihen“, sagt Jordan.

Trump Organization zahlt höhere Löhne

Die Fälschungen der Papiere seien allerdings in der Regel so stümperhaft, dass der Betrug bei genauerer Prüfung schnell ins Auge fallen würde. Sozusagen im gegenseitigen Interesse würden die Arbeitgeber aber zumeist darauf verzichten, genauer hinzuschauen. Angesichts des anhaltenden Arbeitskräftemangels seien viele Firmen eher dankbar für gut motivierte Mitarbeiter und würden ihnen auch mehr als den Mindestlohn zahlen. Auch die Trump Organization sei für höhere Gehälter bekannt.

Die beiden Haushälterinnen wären nach Jordans Einschätzung schnell als illegale Arbeitnehmerinnen zu identifizieren gewesen, zumal sie auch nach 15 Jahren in Amerika nur gebrochen Englisch sprechen und auf dem offiziellen Weg kaum eine Chance auf die „Green Card“ gehabt hätten.

Öffentliche Hetze schadet dem Arbeitsklima

Trotz ihres geringen Wortschatzes seien die persönlichen Begegnungen mit Trump aber stets sehr angenehm gewesen. So erinnert sich Morales an eine Begebenheit, als sie die Fenster im Wohnzimmer des Arbeitgebers wischte und Mühe hatte, die hoch liegenden Flächen zu erreichen, da sie nur 1,60 Meter groß ist: „Entschuldigen Sie bitte, sagte Herr Trump zu mir. Dann nahm er mein Tusch und reinigte den oberen Teil des Fensters selbst.“ Als sie ihm bei dieser Gelegenheit erzählte, dass sie ursprünglich aus Guatemala stammt, habe er geantwortet: „Die Menschen aus Guatemala sind hart arbeitende Leute.“ Dann habe er ihr einen 50-Dollar-Schein als Trinkgeld zugesteckt.

Auch Morales Kollegin Diaz berichtet von der Großzügigkeit des Arbeitgebers: „Manchmal stand er unerwartet im Raum und steckte mir einen 100-Dollar-Schein zu.“ Nichtsdestotrotz seien sie empört über seine anhaltende Hetze gegen ihre Landsleute aus Mittelamerika. „Trump beschimpft uns pauschal als Kriminelle, dabei helfen wir ihm Geld zu verdienen. Das passt nicht“, sagt Morales. Trumps öffentliche Wutreden würden zudem das Arbeitsklima schwer belasten - auch in seiner eigenen Firma: „Meine direkten Vorgesetzten“, klagt Morales, „haben uns kürzlich als ‚dumme Immigranten’ beschimpft. Dümmer als Hunde.“

Von Stefan Koch / RND

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