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Politik Jeder 10. Brandenburger ist überschuldet
Nachrichten Politik Jeder 10. Brandenburger ist überschuldet
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17:30 10.11.2016
    Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

 Jeder zehnte Brandenburger ist überschuldet, hat also entweder Pfändungsverfahren gegen sich laufen, eine eidesstattliche Versicherung abgegeben („Offenbarungseid“) oder Privatinsolvenz erklärt. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Schuldneratlas 2015 des Bonitäts-Auskunftsdienstes Creditreform hervor. Die gute Nachricht dabei: Die Zahl der überschuldeten Erwachsenen hat um 934 auf 210 321 abgenommen. Dennoch verharrt die Schuldnerquote – also der Anteil Überschuldeter an der Gesamtbevölkerung – trotz anhaltend guter Konjunktur und der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der Wende praktisch auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, steigt sogar leicht von 10,02 auf 10,04 Prozent an. Der Grund: Die Gesamtbevölkerung sinkt schneller als die Zahl der Menschen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Brandenburg nimmt im Bundesvergleich den siebten Rang ein – Bayern ist am wenigsten schuldengeplagt, gefolgt von Baden-Württemberg, Schlusslichter sind Berlin und Bremen.

Quelle: MAZ/Scheerbarth

Den leicht positiven Trend erklärt Michael Herzog von Credit-
reform mit der „anhaltend guten Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation“. Auf der schiefen Bahn befindet sich hingegen die Stadt Brandenburg/Havel, die nicht nur in Sachen Stadtfinanzen knietief im Dispo steckt: Jeder sechste Havelstädter kann seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Dagegen ist Potsdam-Mittelmark Klassenbester – nur jeder 13. Bürger ist dort überschuldet.

In den kreisfreien Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) liegt die private Überschuldung weit über dem brandenburgischen Durchschnitt. Eine Ausnahme unter den kreisfreien Städten stellt hingegen Potsdam dar. Im deutschlandweiten Vergleich der Landeshauptstädte rangiert Potsdam dem Bericht zufolge sogar auf Platz 3 hinter Mainz und München.

Die märkischen Schuldnerberatungsstellen spüren allerdings nichts von einer Entlastung. „Es hat zwar weniger Insolvenzverfahren gegeben, aber die Zahl der Hilfesuchenden hat keineswegs abgenommen – die Wartelisten sind lang“, sagt Aline Liebenow, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaften der Schuldnerberatungsstellen. Die Creditreform-Zahlen erfassten nur Fälle, die schon eskaliert seien. Bundesweit ist die Zahl der überschuldeten Haushalte zum zweiten Mal in Folge gestiegen – 9,92 Prozent der Bürger stecken finanziell in der Klemme.

Von Ulrich Wangemann

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