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Jeder zweite Riester-Sparer schöpft staatliche Zulagen nicht aus

Rente Jeder zweite Riester-Sparer schöpft staatliche Zulagen nicht aus

Nicht einmal die Hälfte der Riester-Sparer in Deutschland schöpft die staatlichen Zulagen voll aus. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Rentenexperten Markus Kurth hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

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Die Grünen sprechen von einem Scheitern der Riester-Rente.

Quelle: epd

Berlin. Um die volle Förderung durch Zulagen zu erhalten, muss jährlich ein Mindestbeitrag von vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens eingezahlt werden. Ist es weniger, erhält der Sparer die Riester-Förderung auch nur anteilig. Laut Bundesfinanzministerium nahmen 2016 rund 6,1 Millionen Berechtigte die volle Förderung mit, bei 723 927 weiteren waren es den Angaben zufolge weniger als 100, aber mehr als 90 Prozent. Aktuell gibt es in Deutschland gut 16,5 Millionen Riester-Verträge.

Die Grünen sprechen angesichts der Zahlen von einem Scheitern der Riester-Rente. „Weniger als sieben Millionen Menschen sorgen nach den neuen Zahlen der Bundesregierung tatsächlich im Sinne des Riester-Konzepts vor, nutzen ihren Zulagenanspruch also voll aus“, sagte Sozialpolitiker Kurth dem RND. „Damit haben nur etwa zwanzig Prozent aller Förderberechtigten die Chance, die durch das Absinken des Rentenniveaus entstehende Rentenlücke zu schließen.“ Viel zu wenige Mittel aus der staatlichen Förderung kämen Menschen mit geringem Einkommen zugute, die Unterstützung bei der Vorsorge dringend brauchten: „Stattdessen fließt jährlich mehr als eine Milliarde Euro in steuerliche Entlastungen, von denen Gutverdienende profitieren.“

Kurth forderte eine bessere Förderung von Geringverdienenden und die Einführung eines einfachen, kostengünstigen und öffentlich verwalteten Bürgerfonds. Trotz aller möglichen und notwendigen Verbesserungen müsse dringend das gesetzliche Rentenniveau stabilisiert werden, „dessen Absinken die Riester-Rente ausgleichen sollte.“

Von RND

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