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Kabinett billigt Steuererleichterungen für Firmenerben

Steuern Kabinett billigt Steuererleichterungen für Firmenerben

Nach monatelangem Koalitionsstreit und trotz weiterhin strittiger Punkte hat das Kabinett eine Reform der Erbschaftsteuer beschlossen. Auch künftig sollen Firmenerben weitgehend von der Steuer befreit werden, wenn sie das Unternehmen fortführen und damit Arbeitsplätze erhalten.

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Spitzenvertreter der Koalition hatten sich erst am Montag auf den Gesetzentwurf zur Erbschaftsteuer geeinigt - doch die Kritik dauert an.

Quelle: Wolfram Kastl

Berlin. Die Reform war nötig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr strengere Regeln für die Steuerbegünstigung verlangt hatte. Ab einem Betriebsvermögen von 26 Millionen Euro soll es künftig eine "Bedürfnisprüfung" geben: Der Erbe muss dann nachweisen, dass ihn die Zahlung der Erbschaftsteuer finanziell überfordern würde.

Bis das Gesetz vom Bundestag verabschiedet wird, dürfte es allerdings noch einige Änderungen geben, denn die Regelungen sind selbst innerhalb der Koalition weiter umstritten. Die CSU-Minister gaben in der Kabinettssitzung eine Protokollerklärung ab, in der sie Nachbesserungen zugunsten der Wirtschaft anmahnten. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vertrat auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) die Auffassung, dass der Gesetzentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ergänzt werden müsse. Teile der SPD halten die Zugeständnisse an Firmenerben allerdings schon jetzt für zu weitgehend.

Erst am Montag hatten sich Spitzenvertreter von Union und SPD mit dem Finanzministerium auf den Gesetzentwurf verständigt. Dabei war die Grenze für die "Bedürfnisprüfung" noch einmal von ursprünglich geplanten 20 auf jetzt 26 Millionen Euro angehoben worden. Für Familienunternehmen mit Kapitalbindungen stieg der Schwellenwert von 40 auf 52 Millionen Euro. Unterhalb dieser Grenzen werden dem Erben weiterhin automatische Steuervorteile gewährt: Wenn das Unternehmen lange genug weitergeführt wird und Jobs erhalten bleiben, entfällt die Erbschaftsteuer - je nach Einzelfall - größtenteils oder sogar vollständig.

Bei der "Bedürfnisprüfung" soll privates Vermögen bis zur Hälfte herangezogen werden. Wer sich nicht in die Bücher gucken lassen will und deshalb die Einbeziehung des Privatvermögens ablehnt, kann auf ein Alternativmodell zurückgreifen - dann bleibt jedoch nur ein geringerer Teil des Betriebsvermögens von der Steuer verschont.

Grundsätzlich müssen künftig mehr Unternehmen nachweisen, dass sie für die erlassene Erbschaftsteuer Arbeitsplätze erhalten. Nur bei Kleinstbetrieben mit bis zu drei Mitarbeitern entfallen auch künftig entsprechende Kontrollen. Für Unternehmen mit bis zu 15 Beschäftigten gelten weniger strenge Auflagen.

dpa

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