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Katalanen streben Abspaltung von Spanien an

Wahlen Katalanen streben Abspaltung von Spanien an

Die Separatisten wollen nach der Katalonien-Wahl ihren Plan einer Abspaltung der Region von Spanien fortführen. Madrid erklärt das Vorhaben für gescheitert und ruft die Katalanen zum Dialog auf.

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Kataloniens Regierungschef Artur Mas (M, weißes Hemd): «Das Wahlergebnis gibt uns die Kraft, den Prozess (einer Abspaltung) fortzusetzen.»

Quelle: Alberto Estevez

Barcelona. Sieg und Niederlage für die Separatisten in Katalonien: Die Anhänger einer Abspaltung der Region von Spanien haben bei der vorgezogenen Wahl zwar die absolute Mehrheit der Sitze im Regionalparlament errungen, die Mehrheit der Wählerstimmen aber verfehlt.

"Die Separatisten gewinnen die Wahl und verlieren das Plebiszit", titelte die Zeitung "El País". Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas hatte die als historisch eingestufte Wahl ausdrücklich als eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der wirtschaftsstärksten Region Spaniens angesetzt.

Er kündigte nach der Abstimmung an, an seinem Vorhaben festzuhalten, Katalonien in 18 Monaten in einen unabhängigen Staat zu verwandeln.

Demgegenüber betonte der spanische Regierungschef Mariano Rajoy, die Separatisten hätten bei der Wahl erfahren müssen, dass die Mehrheit der katalanischen Gesellschaft nicht hinter ihnen stehe. Rajoy hatte stets betont, dass Madrid eine Abspaltung unter keinen Umständen zulassen werde.

Die separatistischen Parteien hatten bei der Katalonien-Wahl insgesamt weniger als die Hälfte der Stimmen - 47,7 Prozent - erhalten. Sie gewannen aber nach dem vorläufigen Endergebnis 72 der insgesamt 135 Sitze. Dies geht darauf zurück, dass das Wahlrecht dünn besiedelte Wahlkreise wie in der Gegend von Gerona begünstigt, in denen die Separatisten ihre Hochburgen haben.

Die Allianz Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) von Mas gewann 62 Sitze. Die ebenfalls separatistische Linkspartei CUP kam auf 10 Mandate. Ein Bündnis dürfte sich allerdings als schwierig erweisen. Die antikapitalistische CUP (Kandidatur der Volkseinheit) hatte wiederholt erklärt, dass sie den Liberalen Mas nicht im Amt des katalanischen Regierungschefs bestätigen werde. Dem separatischen Bündnis von Mas gehören die katalanische Regierungspartei CDC (Demokratische Konvergenz), die Linksrepublikaner (ERC) und Bürgerinitiativen an.

Die liberale, prospanische Partei Ciutadans (Bürger) wurde mit 25 Sitzen (2012: 9) die zweitstärkste Kraft im katalanischen Parlament. Die ebenfalls prospanischen Sozialisten (PSC) errangen 16 Mandate, 4 weniger als vor drei Jahren. Rajoys Volkspartei (PP), die in Katalonien traditionell keine bedeutende Rolle spielt, erlitt ein Debakel und kam nur auf 11 Sitze, 8 weniger als 2012. Die Wahlbeteiligung war mit 77,4 Prozent ungewöhnlich hoch.

dpa

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