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Katalonien: Das Referendum kennt nur Verlierer

Kommentar Katalonien: Das Referendum kennt nur Verlierer

Das Referendum in Katalonien kennt nur Verlierer. Dem nach Unabhängigkeit strebenden Volk der Katalanen wird die Abstimmung wenig nutzen – und Spaniens Demokratie ist nachhaltig beschädigt, meint Daniel Killy.

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Quelle: AP

Hannover. Das Verhältnis zwischen den Regierungssitzen Madrid und Barcelona war schon immer schwierig – so wie zwischen Spaniern und Katalanen. Im autonomieschwärmerischen Katalonien hat man die Drangsalierungen der Franco-Diktatur nicht vergessen, als katalanische Sprache und Kultur verboten waren. Eine wirkliche Freundschaft zwischen den Volksgruppen gab es in Spanien nie, doch in den 2000er Jahren entspannte sich die Lage zusehends. Besonders, als Madrid unter Ministerpräsident Zapatero das neue Autonomiestatut verabschiedete. Doch die Partei des heutigen Regierungschefs Manuel Rajoy reichte Verfassungsklage ein, 14 Artikel der Vereinbarung wurden kassiert – ein Schritt, den die meisten Katalanen der PP bis heute nicht verziehen haben. Denn der Autonomiestatus hatte genügend Symbolkraft besessen, die abspenstige Provinz zu befrieden und die Nation zusammenzuhalten.

Dass dieselbe Partei nun eine Abstimmung, bei dem nach normalem Verlauf dennoch eine Mehrheit mit „Nein“, also für einen Verbleib bei Spanien gestimmt hätte, mit brutaler Polizeigewalt in Richtung „Ja“ geprügelt hat, zeigt, dass dieser 1. Oktober nur Verlierer kennt: Spaniens Demokratie, weil Rajoy und das Verfassungsgericht das Referendum unnötig kriminalisiert und somit für Eskalation gesorgt haben. Katalonien, weil Abstimmung und Unabhängigkeitserklärung realpolitisch ins Nichts führen werden. Und Europa – weil bei aller Sympathie für die widerständigen Katalanen – die Zeit der Kleinstaaterei ein für allemal vorüber sein sollte.

Es bleibt also zu hoffen, dass beide Seiten zur Besinnung kommen – beziehungsweise zur Räson gebracht werden. Und die Europäische Union sollte zügig dafür sorgen, dass sich nicht noch eine weiterer politischer Brandherd auf dem Kontinent entwickelt. Existenzielle Probleme haben wir nämlich genug.

Von Daniel Killy/RND

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