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Politik Klöckner zweifelt an Glyphosat-Verbot
Nachrichten Politik Klöckner zweifelt an Glyphosat-Verbot
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10:19 16.04.2018
Landwirtschaftsministerin Klöckner warnt vor Einspruch aus Brüssel gegen mögliches deutsches Glyphosat-Verbot. Quelle: imago/photothek
Berlin

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezweifelt, dass ein Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat haltbar wäre. Es sei fraglich, ob die EU-Kommission einen solchen Schritt akzeptieren würde, sagte die CDU-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“. So habe das österreichische Bundesland Kärnten ein Verbot ausgesprochen, und die Kommission habe ernsthafte rechtliche Bedenken angemeldet. Klöckner sagte, es müsse in die Forschung nach alternativen Pflanzenschutzmitteln investiert werden. Glyphosat müsse überflüssig gemacht werden, so die Ministerin. Umweltexperten zufolge bedroht der Einsatz des Mittels die Artenvielfalt.

Umweltministerin Svenja Schulze hatte den Kampf gegen das Insektensterben zuletzt zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. „Das Artensterben aufzuhalten, ist eine der zentralen politischen Aufgaben unserer Zeit“, sagte die SPD-Politikerin. Das Insektensterben nehme rasant zu. „Mit den Insekten verschwinden auch die Vögel. Und all die wertvollen Leistungen, die Insekten für uns erbringen - von der Bestäubung über die Reinigungsfunktion in Gewässern bis zur Bodenfruchtbarkeit.“

Schulze möchte ihrer Kabinettskollegin Klöckner rasch das geplante Aktionsprogramm für Insektenschutz angehen. „Ich will die Landwirtschaftsministerin beim Wort nehmen - sie hat gesagt, dass Bienen systemrelevant seien und man etwas tun muss“, sagte sie. Auch Klöckner signalisiert jetzt Gesprächsbereitschaft.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag ausdrücklich kein Zieldatum für ein Ende der Glyphosat-Nutzung in Deutschland vereinbart. „Wir werden mit einer systematischen Minderungsstrategie den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln deutlich einschränken mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden“, heißt es in dem Dokument. „Dazu werden wir gemeinsam mit der Landwirtschaft Alternativen im Rahmen einer Ackerbaustrategie entwickeln und u. a. umwelt- und naturverträgliche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln regeln.“

Von RND

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