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Politik Kommandeur zu Atomstreit: Iran „lechzt nach Martyrium“
Nachrichten Politik Kommandeur zu Atomstreit: Iran „lechzt nach Martyrium“
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19:31 26.07.2018
Ghassem Soleimani, Kommandeur der berüchtigten Al-Kuds-Brigaden im Iran. Al Kuds ist der arabische Name Jerusalems. Quelle: Ebrahim Noroozi
Teheran

„Wir sind ein Land, das nach Martyrium lechzt (...), und so einem Land will Trump mit seinen Tweets Angst machen“, sagte der Kommandeur der Al-Kuds-Brigade (Arabisch für Jerusalem), Ghassem Soleimani, am Donnerstag. Der US-Präsident führe sich international wie ein „Casino- und Nachtclubbesitzer“ auf, sagte Soleimani.

Die Revolutionsgarden waren ursprünglich damit beauftragt, die islamische Revolution von 1979 zu schützen. Aber sie wurden mit bis zu 300.000 teils sehr gut ausgebildeten Soldaten schnell zur führenden Streitmacht des Landes. Politisch stehen die Kommandeure im erzkonservativen Lager und sind gegen eine von Präsident Hassan Ruhani propagierte vorsichtige Öffnung des Landes zum Westen. Die USA bezeichnen sie als Erzfeind und „Großen Satan“. Die Al-Kuds Brigade wird vor allem im Ausland eingesetzt.

Offener Widerspruch gegen Präsident Ruhani

Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran, das auch den Revolutionsgarden verhasst ist, im Mai einseitig aufgekündigt und Sanktionen gegen Teheran angekündigt. In einem in Großbuchstaben verfassten Tweet warnte er Ruhani: „Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie Wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten“. Erst am Vortag hatte Irans Präsident Hassan Ruhani erklärt, den Attacken aus Washington sachlich begegnen zu wollen. Soleimani widersprach dem jetzt offen in martialischen Worten.

Das 2015 erzielte Atomabkommen soll den Iran am Bau von Atombomben hindern. Teheran hatte sich im Gegenzug für wirtschaftliche Lockerungen und mehr Investitionen ausländischer Unternehmen dazu bereit erklärt, sein Atomprogramm einzuschränken und sich Kontrollen zu unterwerfen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dem Land wiederholt bescheinigt, die Auflagen zu erfüllen.

Von motahari