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15:10 29.10.2018
Angela Merkel äußert sich am Montag bei einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus nach den Gremiensitzungen der Partei. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

All jene, die Angela Merkels Pressekonferenz am Montag verfolgt haben, kommen nicht umhin, ihr Respekt zu zollen. Respekt für die geleistete Arbeit. Respekt aber auch für Art und Zeitpunkt des Rückzugs. Den Respekt hat die 64-Jährige verdient.

Merkel ist seit dem Jahr 2000 CDU-Vorsitzende und seit 2005 Kanzlerin. Sie hat beide Ämter über lange Jahre souverän ausgeführt. Und sie hat Deutschlands Ansehen in der Welt gemehrt. Man kann das schlechterdings nicht in Zweifel ziehen. Der Respekt fällt umso größer aus, wenn man bedenkt, wo Merkel herkommt – aus Templin, einer kleinen Stadt in Brandenburg, in der sie zu DDR-Zeiten nichts oder fast nichts für das prädestinierte, was nach dem Mauerfall 1989 folgte. Ihre Vorgänger Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble wuchsen von klein auf in diese CDU-Welt hinein. Merkel nicht. Ihre Karriere fing bei null an. Deshalb: Hut ab, Frau Bundeskanzlerin!

Verfolgen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen nach Merkels Statement und die Reaktionen aus den Parteien im Liveticker!

So sehr Merkels Entscheidung richtig ist und zum richtigen Zeitpunkt kommt, so wenig ist freilich absehbar, was sich aus ihr ergibt. Denn niemand weiß, wer den CDU-Vorsitz übernehmen und was der- oder diejenige damit anstellen wird. Niemand auch weiß, was die Rochaden für das innere Gefüge der Großen Koalition bedeuten. Kann sein, dass die Regierung bis 2021 hält und Merkel zu neuer Autorität findet. Doch ist dies ungewisser denn je. Gewiss ist dafür etwas anderes: An dem Tag, an dem Gerhard Schröder den SPD-Vorsitz an Franz Müntefering übergab, waren auch seine Tage als Regierungschef gezählt.

Die Deutschen, die bis ins linke Lager hinein eine gewisse Verehrung für Angela Merkel entwickelt hatten, sollten sich jedenfalls allmählich daran gewöhnen, ohne sie zu leben. Leicht wird das nicht.

Von Markus Decker/RND

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