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Kommunen wollen Baustandards aussetzen

Infrastruktur Kommunen wollen Baustandards aussetzen

Nach Meinung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes wird hierzulande zu wenig investiert. Grund seien oft hohe Standards bei Bau, Planung, Ausschreibung und Umweltschutz. Der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg fordert deshalb Ausnahmen.

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„Deutschland lebt von der Substanz“: Gemeindebund-Geschäftsführer Landsberg.

Quelle: dpa

Berlin. Die Kommunen fordern die Aussetzung von Bau- und Umweltstandards, um dringend benötigte Investitionen zu ermöglichen. „Deutschland lebt von der Substanz“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Trotz sprudelnder Steuereinnahmen und einem historisch niedrigen Zinsniveau investieren wir bei weitem nicht genug, um die Qualität des Wirtschaftsstandorts Deutschland langfristig zu erhalten.“ Auf kommunaler Ebene betrage der Investitionsrückstand rund 126 Milliarden Euro: „Schlechte Straßen, marode Schulen, aber auch lange Verzögerungen bei großen und wichtigen Infrastrukturprojekten beeinträchtigen die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.“

Landsberg forderte ein „Maßnahmenpaket Investitionen“ von der künftigen Bundesregierung. Neben ausreichenden Finanzmitteln sei vor allem eine eindeutige Prioritätensetzung notwendig. Zentraler Bestandteil des Pakets müssten „Investitionsvorhaben von übergeordnetem gesamtgesellschaftlichen Interesse“ sein. „Diese neue Kategorie sollte Aussetzungen oder Wegfall von Anforderungen bei Bau, Planung, Ausschreibung oder Umwelt- und Naturschutz ermöglichen“, so Landsberg weiter. „So können wirklich wichtige Vorhaben wie etwa der Bau neuer Verkehrswege, Energietrassen oder wichtiger Gebäude in Kommunen schneller, effizienter und kostengünstiger geplant und auf den Weg gebracht werden.“ Der Bundesgesetzgeber sei aufgefordert, mögliche Ausnahmen bei den verschiedenen Standards des Bau-, Umwelt-, Planungs- und Vergaberechts gemeinsam mit Kommunen und Ländern zu definieren. Vorbild dafür könnten die Regelungen des sogenannten. „Konjunkturpakets II“ sein.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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