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Korruptionsvorwürfe: Guatemalas Ex-Präsident muss in U-Haft

Regierung Korruptionsvorwürfe: Guatemalas Ex-Präsident muss in U-Haft

Nach bewegten Tagen bekommt das mittelamerikanische Land einen neuen Staatschef. Der frühere Richter Maldonado will die Demokratie wieder herstellen. Der bisherige Präsident Pérez kommt wegen Korruptionsverdachts in Untersuchungshaft.

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Schaulustige während der Inhaftierung: Guatemala wird seit Monaten von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert. Foto: Esteban Biba

Guatemala-Stadt. Kurz nach seinem Rücktritt muss der frühere guatemaltekische Präsident Otto Pérez in Untersuchungshaft. Nach einer stundenlangen Anhörung zu Korruptionsvorwürfen ordnete ein Richter am Donnerstag die Festsetzung des Ex-Generals in einer Militärkaserne an.

Damit soll eine Flucht des 64-Jährigen verhindert werden.

Unterdessen wurde der bisherige Vizepräsident Alejandro Maldonado als neuer Staatschef des mittelamerikanischen Landes vereidigt. "Wir können unsere Demokratie, unsere Werte wieder herstellen", sagte Maldonado nach der Zeremonie im Kongress. Der frühere Verfassungsrichter rief alle Minister zum Rücktritt auf, um ein neues Kabinett bilden zu können. Er wird die Regierungsgeschäfte bis zum Ende der laufenden Amtszeit im Januar führen.

Der 79-Jährige gehörte während des Bürgerkrieges dem ultrarechten Spektrum an und diente mehreren Militärregierungen als Botschafter. In seine Zeit als Verfassungsrichter fällt eine umstrittene Entscheidung, die Auslieferung des ehemaligen Diktators Efraín Ríos Montt nach Spanien zu verhindern. Als Abgeordneter saß er für verschiedene konservative Parteien im Parlament.

Pérez war in der Nacht auf Donnerstag zurückgetreten, nachdem ein Richter Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Die Ermittler werfen dem Ex-General die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Betrug vor. Er soll an der Spitze des Korruptionsrings "La Línea" gestanden haben, der im Zollwesen Millionen von Dollar unterschlagen hatte.

"Ich stelle mich der Justiz", sagte Pérez vor seiner Verlegung in das Militärgefängnis Matamoros. "Ich habe nicht vor, mich abzusetzen. Ich hätte das Land verlassen oder Asyl beantragen können. Daran habe ich aber noch nicht einmal dran gedacht. Morgen werde ich die Vorwürfe widerlegen."

Das rund 15 Millionen Einwohner zählende Land wird seit Monaten von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert. Die frühere Vizepräsidentin Roxana Baldetti ist bereits wegen illegaler Bereicherung festgenommen worden. Mehrere Minister traten zudem zurück.

Am Sonntag wählen die Guatemalteken einen neuen Präsidenten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu friedlichen Wahlen auf. Ban vertraue darauf, dass die Behörden gemäß der Verfassung handelten und einen geordneten demokratischen Übergang sicherstellten, teilte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs am Donnerstag in New York mit.

dpa

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