Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Kreis setzt auf Wohnungsbau für Flüchtlinge

Asylsuchende in Oberhavel Kreis setzt auf Wohnungsbau für Flüchtlinge

Die Zahlen der in Oberhavel ankommenden Flüchtlinge sind rückläufig. Im Monat April kamen genau 26. Immer mehr der hier lebenden Flüchtlinge werden anerkannt. Dennoch leben noch 500 von ihnen in Gemeinschaftsunterkünften. Der Landkreis legt jetzt einige von ihnen still und baut dafür mehr Wohnungen – auch für andere Mieter.

Voriger Artikel
Umfrage: Viele für Steinmeier als SPD-Kanzlerkandidat
Nächster Artikel
Trump gibt umstrittenem Manafort noch mehr Befugnisse

Für alle: Nicht nur Flüchtlinge können in neue entstehende Wohnungen ziehen, auch andere Mieter sind willkommen.

Quelle: Robert Roeske

Oberhavel. Weniger Unterkünfte für weniger Asylbewerber? Die Rechnung geht in Oberhavel nicht ganz auf. Der Landkreis nimmt zwar noch in diesem Jahr einige Gemeinschaftsunterkünfte „vom Netz“, baut diese aber teils zu Wohnungen aus oder schafft komplett neue Wohneinheiten, welche anerkannten Flüchtlingen, aber auch anderen Mietern zur Verfügung stehen sollen.

Zum Ist-Zustand sowie zukünftigen Plänen informierten am Donnerstag Landrat Ludger Weskamp (SPD) und Sozialdezernent Matthias Rink (CDU). Zuvor besprachen sie sich mit den Bürgermeistern und dem Amtsdirektor aus Oberhavel. Der Austausch mit den Städten und Gemeinden sei ein „Selbstverständnis für die Verwaltung“, so Weskamp.

Aktuell (Stand: Ende April) leben 1749 Asylbewerber in Oberhavel, 334 davon in Wohnungen, die restlichen in Gemeinschafts- und Notunterkünften. „Die Zahlen sind rückläufig“, so Weskamp. In diesem Jahr hätte der Landkreis 403 Flüchtlinge aufgenommen, im Monat April waren es genau 26. Prognosen gibt es nicht. „Der Bund und das Land haben bisher keine abgegeben.“ Ein Ausblick sei deshalb schwierig. Sicher sei die angestrebte Vermeidung von Leerstand in den Unterkünften.

Marwitzer Gemeinschaftsunterkunft wird nicht realisiert

Rund 500 anerkannte Flüchtlinge leben noch in den Unterkünften. Grund: Sie finden keine Wohnung. „Der Markt ist schwierig“, schätzte Weskamp die Lage ein. Auch deshalb setzt der Kreis bei der Unterbringung von Geflüchteten jetzt vermehrt auf Wohnungsbau. Das heißt im Umkehrschluss: Einige Standorte werden „aus dem System“ genommen. So steht seit dem 30. April der Kreistagssaal, in dem bis zu zwölf Personen unterkamen, nicht mehr als Unterbringung zur Verfügung.

Auch die geplante Modulanlage in Marwitz (148 Personen) wird nicht realisiert. Zwei Notunterkünfte in Lehnitz (Block 16 und 17) werden stillgelegt. Block 16 in diesem Jahr, Bock 17 dann 2017. Die Blöcke 13 und 19 werden derweil ausgebaut. Bis Ende des Jahres sollen hier 70 Wohneinheiten (Ein- bis Zwei-Raum-Wohnungen) geschaffen werden. „Diese werden auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten“, so Weskamp.

Bärenklauer Unterkunft wird im August eröffnet

In Stolpe-Süd wird bis Herbst 2016 eine neue Unterkunft fertiggestellt (156 Plätze), eine andere Gemeinschaftsunterkunft umgebaut. Hier entstehen ebenfalls Wohnungen, 30 an der Zahl. Perspektivisch könnte ein drittes Haus auf diese Art ausgebaut werden, sollten die Zahlen ankommenden Geflüchteter weiter sinken

An der ersten Gemeinschaftsunterkunft in Borgsdorf, die diesen September eröffnet werden soll, wird dennoch festgehalten. 194 Personen könnten untergebracht werden. Die Unterkunft in Bärenklau (120 Plätze) wird August 2016 eröffnet, die Gemeinschaftsunterkunft in Kremmen steht bis Februar 2017 zur Verfügung, geplante Wohnungen sollen im Juli 2016 bezugsfähig sein.

Die Unterkünfte in Glienicke (Gartenstraße) und Hohen Neuendorf (Friedrich-Naumann-Straße) werden errichtet, versicherte Weskamp. Die Baugenehmigung für Glienicke sei erteilt worden, im Frühjahr 2017 könnten die Wohneinheiten (18) fertig sein. Im Herbst 2017 soll die neue Unterkunft in Hohen Neuendorf bezugsfertig sein (24 Wohnungen).

Fazit: Bis 2018 will der Landkreis 150 neue Wohnungen zur Verfügung stellen – in verschiedenen Preisklassen.

Von Marco Winkler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161128-99-345689_large_3_4.jpg
Fotostrecke: VfB-Stürmer Terodde trifft und trifft und lobt Mitspieler

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?