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Krise zwischen Moskau und Ankara hält an

Konflikte Krise zwischen Moskau und Ankara hält an

In der Krise mit der Türkei wegen des Kampfjet-Abschusses bleibt Moskau hart. Auf seine Bitte um ein klärendes Gespräch bekommt der türkische Präsident Erdogan nicht einmal eine Antwort.

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Der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs hat zu einer massiven Krise zwischen Moskau und Ankara geführt.

Quelle: Haberturk TV Channel/Archiv

Istanbul (dpa) - Knapp eine Woche nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei bleiben die Fronten zwischen den einstigen Partnern Moskau und Ankara verhärtet.

Der russische Präsident Wladimir Putin verweigerte auch am Montag ein von seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan erbetenes klärendes Gespräch. Weder ein Treffen bei der UN-Klimakonferenz in Paris noch ein Telefonat seien geplant, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge.

Erdogan sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in Paris, er habe noch am Tag des Abschusses um ein Gespräch gebeten. "Wir warten immer noch auf Antwort."

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bekräftigte die Weigerung seiner Regierung, für den Abschuss des Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet am vergangenen Dienstag um Verzeihung zu bitten. "Unser Militär hat seinen Job gemacht und unseren Luftraum geschützt", sagte er nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. "Wenn es keine Luftraumverletzung gegeben hätte, würde es jetzt nicht so eine Krise geben."

Davutoglu forderte Russland auf, die Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei zu überdenken. "Diese Maßnahmen werden den Interessen beider Seiten schaden." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte den UN-Klimagipfel in Paris für getrennte Gespräche mit Putin und Erdogan nutzen, wie ein Sprecher der Bundesregierung sagte.

Putin hatte am Wochenende wegen des Kampfjet-Abschusses Sanktionen gegen die Türkei erlassen. Vizeregierungschef Igor Schuwalow sagte am Montag, alle Charterflüge in die Türkei würden eingestellt. Agenturen dürfen keine Reisen mehr in das Land anbieten. Zudem benötigen Türken ab 2016 wieder ein Visum für Reisen nach Russland.

Die Einfuhr von Gemüse und Obst soll erst in mehreren Wochen verboten werden. Russland kauft der Agentur Interfax zufolge etwa 20 Prozent seines Gemüse- und 25 Prozent seines Bedarfs an Zitrusfrüchten in der Türkei ein. Industriewaren wie etwa Textilien würden zunächst nicht mit einem Importstopp belegt, sagte Schuwalow. Beobachter hatten weiterreichende Einfuhrbeschränkungen erwartet.

Nach dem Abschuss des Kampfjets arbeitet die Nato an neuen Sicherheitsmechanismen. "Der Vorfall der vergangenen Woche zeigt, wie wichtig es ist (...), für Transparenz, Stabilität und Berechenbarkeit in unserer Beziehung zu Russland zu sorgen", sagte Generalsekretär Stoltenberg nach dem Treffen mit Davutoglu. Bereits beim Nato-Außenministertreffen an diesem Dienstag und Mittwoch solle über Maßnahmen zur Risikoreduzierung und Deeskalation diskutiert werden.

Die Leiche des bei dem Abschuss getöteten russischen Piloten wurde unterdessen nach Russland gebracht, wie Anadolu meldete. Der zweite Pilot war gerettet worden. Die Türkei hatte das russische Kampfflugzeug am 24. November im türkisch-syrischen Grenzgebiet mit der Begründung abgeschossen, der Jet habe unerlaubt die Grenze überflogen. Moskau bestreitet dies.

Der Konflikt hat inzwischen auch Auswirkungen auf den Fußball. Der russische Sportminister Witali Mutko habe russischen Vereinen die Verpflichtung türkischer Spieler vorläufig verboten, berichtete die Moskauer Zeitung "Sport Express" am Montag.

dpa

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