Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Kurden attackieren Türken-Kundgebung in Aschaffenburg
Nachrichten Politik Kurden attackieren Türken-Kundgebung in Aschaffenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:44 28.03.2016
Eine Anti-Terror-Demonstration in Aschaffenburg ist eskaliert. Quelle: Friso Gentsch
Anzeige
Aschaffenburg

Mit Steinen und Feuerwerkskörpern haben Kurden eine von überwiegend nationalistischen Türken organisierte Demonstration in Aschaffenburg angegriffen.

Anschließend verbarrikadierten sich die Kurden am Sonntag in einem Haus und attackierten vom Dach aus die Polizei. Erst nachdem die Beamten Verstärkung bekamen, gelang es ihnen am Abend, 36 Personen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren in dem Gebäude vorläufig festzunehmen.

Der Aufruf zu der Kundgebung unter dem Motto "Gemeinsam gegen den Terror, gegen PKK und Isis" war den Ermittlungen zufolge von nationalistischen türkischen Kreisen ausgegangen. Polizeisprecher Michael Zimmer wollte am Montag jedoch nicht bestätigen, dass die Demonstration von einem Mitglied der rechtsextremen türkischen Organisation Graue Wölfe angemeldet wurde: "Dazu kann ich im Detail nichts sagen."

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte, der türkisch-kurdische Konflikt dürfe nicht auf deutschem Boden ausgetragen werden. Bis Montag wurden alle Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf schweren Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Die Kundgebung von rund 600 Türken hatte am Sonntagnachmittag in der Nähe des Aschaffenburger Bahnhofs begonnen und war zunächst friedlich verlaufen. Plötzlich griffen laut Polizei hauptsächlich aus Südhessen und dem Raum Stuttgart angereiste Kurden das Ende des Demonstrationszuges mit Böllern und Steinen an.

Danach verbarrikadierten sie sich in dem nahegelegenen Haus eines kurdischen Kulturvereins und verweigerten jede Kontaktaufnahme mit der Polizei. Als die Beamten einschritten, wurde einer von ihnen von einem Böller am Kopf getroffen, den ein Kurde vom Dach des Gebäude schleuderte. Der Mann erlitt ein Knalltrauma.

Der Großeinsatz der Polizei, an dem auch ein Hubschrauber beteiligt war, wurde erst in der Nacht beendet. Die Kurden, die sich über soziale Netzwerke zusammengeschlossen hatten, ließen sich nach Angaben des Polizeisprechers widerstandslos festnehmen, nachdem die Beamten in das Haus eingedrungen waren.

Herrmann nannte es unerträglich, den türkisch-kurdischen Konflikt auf deutschem Boden auszutragen. Mit Blick auf die geplanten Visaerleichterungen für Türken sagte der Innenminister: "Wir müssen schon genau hinschauen, wen wir da in unser Land lassen." Alle Türken frei nach Deutschland einreisen zu lassen, sei keinesfalls vertretbar. Die Angriffe von Kurden auch auf Polizisten verurteilte Herrmann als Ausdruck völliger Respektlosigkeit gegenüber dem Staat.

dpa

Bund und Länder fördern Spitzenhochschulen mit einem speziellen Programm. Dessen Zukunft steht noch nicht fest, die Ideen von Ministerin Wanka gefallen nicht jedem.

28.03.2016

Wie soll es weitergehen mit der Behörde, die bislang die Hinterlassenschaft des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit verwaltet? Werden SED-Opfer auch künftig Gehör finden? Es gibt erste Vorschläge.

28.03.2016

In den vergangenen Wochen haben Anarchisten und Aktivisten aus der linken Szene im Athener Stadtzentrum drei Häuser besetzt und sie als Unterkünfte an Flüchtlinge und Migranten übergeben.

28.03.2016
Anzeige