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Politik Eskaliert der Rosenkrieg im Weißen Haus?
Nachrichten Politik Eskaliert der Rosenkrieg im Weißen Haus?
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13:53 28.02.2018
US-Präsident Donald Trump mit seiner Frau, der „Frist Lady“ Melania Trump warten vor dem Weißen Haus auf den australischen Ministerpräsidenten und seine Gattin.   Quelle: AP
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Washington

 Beim Besuch des australischen Ministerpräsidenten war gerade erst wieder zu beobachten, wie unterkühlt die Trumps neuerdings miteinander umgehen: Auf dem Weg zu Malcolm Turnbull und seiner Ehefrau Lucy würdigte sich das Ehepaar keines Blickes. Gingen sie früher wie selbstverständlich Hand in Hand und lächelten sich hin und wieder an, schauten sie angespannt geradeaus, als sie vor dem Weißen Haus auf die Gäste warteten. Wenige Augenblicke später, als sich die beiden Paare vor laufenden Kameras im Oval Office miteinander unterhielten, blickte Melania Trump demonstrativ zu Boden, sobald ihr Mann das Wort ergriff.

Für Aufsehen sorgt vor allem aber ihre jüngste politische Aussage: Anlässlich eines Abendessens mit dem Ehepartnern der amerikanischen Gouverneure forderte sie die Politik auf, den protestierenden Jugendlichen Gehör zu schenken, die seit dem Massaker an der Douglas High School in Parkland, Florida, für strengere Waffengesetze demonstrieren. Nach Einschätzung des CNN-Moderators Wolf Blitzer stellt sich Melania Trump mit ihrer Rede erstmals deutlich gegen ihren Mann.

Trumps Affären trafen die First Lady aus heiterem Himmel

Außer Zweifel steht, dass sich das Ehepaar seit den jüngsten Turbulenzen in der Öffentlichkeit erkennbar anders verhält als zuvor. Auch wenn es nach der Amtseinführung immer wieder Spekulationen gab, ob die 47-Jährige die Aufgaben einer First Lady überhaupt annehmen will, spielte sie in der zweiten Jahreshälfte eine zunehmend aktivere Rolle. Ebenso wie ihre Vorgängerinnen engagierte sie sich in sozialen Projekten und versuchte sich als Wortführerin gegen Mobbing in den sozialen Medien. Bei diversen Gelegenheiten präsentierten sich die Eheleute mit ihrem Sohn Barron als einträchtige Familie.

Mit den Enthüllungsgeschichten, die ausgerechnet im staub-trockenen „Wall Street Journal“ erschienen, änderte sich die Atmosphäre im Weißen Haus jedoch schlagartig. Wie es übereinstimmend heißt, trafen die Berichte über Donald Trumps mutmaßliche frühere Affäre die First Lady aus heiterem Himmel. Als auch noch der Familienanwalt Michael Cohen bestätigte, ein Schweigegeld in Höhe von 130 000 Dollar an die Porno-Darstellerin Stephanie Clifford gezahlt zu haben, soll die Situation völlig aus dem Ruder gelaufen sein.

Scheidung? – „Wir sollten Melania Trump nicht unterschätzen“

Wie mehrere US-Medien anmerken, schlägt das frühere Supermodel in diesen krisenhaften Momenten allerdings einen bemerkenswerten Weg ein: Allem Anschein nach setzt sie auf eine Sprache der Symbole, um sich von ihrem Gefährten abzusetzen. Für Aufsehen sorgte unter anderem ihr Auftritt bei der „State of the Union Address“. Bei der Regierungserklärung vor dem versammelten Kongress, die in den USA traditionell mit viel Aufwand zelebriert wird, reiste sie mit einem eigenen Autokonvoi an und trug einen weißen Hosenanzug - der Farbe der Suffragetten, die viele Politikerinnen bereits vor einem Jahr gewählt hatten, um gegen den Präsidenten zu demonstrieren. Und als ihr Ehemann in seiner Rede die Bedeutung der Familie hervorhob und sich fast alle Parlamentarier erhoben und applaudierten, blieb sie unbewegt auf der Gästetribüne sitzen.

Es überrascht daher nicht, dass immer häufiger über eine Trennung des Präsidentenpaares spekuliert wird. Die Washingtoner Scheidungsanwälte Sandy Ain und Cheryl New winken jedoch ab. Von Journalisten auf den Rosenkrieg in der Regierungszentrale angesprochen, sagen die beiden Juristen: „Wir sollten Melania Trump nicht unterschätzen. Sie besitzt wesentlich mehr Gestaltungsspielraum, solange sie im Weißen Haus bleibt.“

Von Stefan Koch/RND

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