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Politik Martin Griffiths soll dem Jemen Frieden bringen
Nachrichten Politik Martin Griffiths soll dem Jemen Frieden bringen
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07:00 16.01.2019
Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen Martin Griffiths (Mitte) trifft zu Monatsbeginn in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ein. Quelle: dpa
Berlin

Martin Griffiths hat eine unmöglich erscheinende Mission. Der frühere britische Diplomat soll Frieden in den Jemen bringen. Seit bald einem Jahr ist der 68-Jährige UN-Sondergesandter für das kriegszerrüttete Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel. Seine beiden Vorgänger hatten aus Frust über ausbleibende Fortschritte aufgegeben und traten zurück. Griffiths konnte die Konfliktparteien im Dezember in Stockholm immerhin an den Verhandlungstisch bringen.

Er rang der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung und den vom Iran aufgerüsteten Huthi-Milizen das Bekenntnis zu einer Waffenruhe in der Hafenstadt Hudeida ab. „Der Wille ist da“, sagte der Jurist nach dem kleinen Durchbruch. Tatsächlich fallen seither am Hafen von Hudaida, der für die Versorgung der Jemeniten überlebenswichtig ist, kaum Schüsse. Im Rest des Jemen toben die Kämpfe aber weiter. So steht inzwischen fest: Das Stockholmer Abkommen führt nicht zu Friedensverhandlungen; dafür ist es zu vage formuliert. Die Vereinten Nationen müssen – wollen sie verhindern, dass auch Griffiths scheitert – ihre Friedensbemühungen verstärken.

Das Auswärtige Amt lädt deshalb für den heutigen Mittwoch zu einer Jemen-Konferenz nach Berlin ein. Deutschland, das aufgrund historischer Beziehungen sowohl der Bundesrepublik als auch der DDR in den Jemen den Ruf eines ehrlichen Maklers genießt, will den FriedeVerensprozess in Gang bringen. Außenminister Maas empfängt neben dem UN-Sondergesandten Griffith Diplomaten aus zahlreichen Staaten.

Ziel ist es, die internationale Gemeinschaft auf die Bereitstellung von Hilfe für den Jemen zu verpflichten, um in einem weiteren Schritt die Konfliktparteien zu Friedensgesprächen zu bewegen. Ihre Vertreter reisen nicht nach Berlin. Dort geht es vor allem darum, die logistischen Voraussetzungen für eine anhaltende Waffenruhe in dem Land zu schaffen, um die Katastrophe im Jemen endlich zu beenden.

Die Vereinten Nationen zeichnen ein düsteres Bild vom Jemen. Sie sprechen von der größten humanitären Krise der Gegenwart. Drei Viertel der 30 Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen. Vier Millionen Menschen gelten als dramatisch unterversorgt. Eine Viertelmillion wird auf der globalen Skala, die den Schweregrad und das Ausmaß von Lebensmittelknappheit misst, in Phase fünf verortet: Sie sind akut vom Tod durch Hunger und Elend bedroht.

Der Jemen produziert kaum Lebensmittel. Für die Versorgung der Menschen ist der Warenimport in die Hafenstadt Hudaida notwendig. Von dort aus führen Versorgungswege ins ganze Land. Deswegen haben die UN die Wiederaufnahme des Hafenbetriebs zur Priorität erklärt – eine in der Geschichte der UN erstmalige Mission. Ihr Sondergesandter Griffiths will offenbar nichts unversucht lassen.

Von Marina Kormbaki/RND

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