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Politik Massenprotest in Kabul nach Enthauptung von Schiiten
Nachrichten Politik Massenprotest in Kabul nach Enthauptung von Schiiten
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18:55 11.11.2015
Tausende Menschen sind in Kabul gegen die Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat auf die Straße gegangen. Die Extremisten hatten vergangene Woche unter anderem zwei Frauen und ein neunjähriges Mädchen geköpft. Foto: Jawad Jalali
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Kabul

In einer der größten Demonstrationen in Afghanistan seit 2001 haben Tausende Menschen in Kabul gegen die Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) demonstriert.

Demonstranten trugen die Särge von sieben Angehörigen der schiitischen Minderheit durch die Straßen, die sunnitische Extremisten vergangene Woche in der Provinz Sabul geköpft hatten. Die Wut des trotz Regens über Stunden andauernden Protests in der Hauptstadt richtete sich auch gegen die Regierung, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Unter den entführten und später geköpften Schiiten waren auch zwei Frauen und ein neunjähriges Mädchen. Unklar ist, ob Mitglieder der Taliban oder des IS die Tat begangen haben. Sabul ist weitgehend unter der Kontrolle radikal-islamischer Gruppen.

Aufgebrachte Demonstranten drangen bis zum Präsidentenpalast vor, kletterten dort auf die Mauern und warfen mit Steinen. Polizisten feuerten in die Luft, um die Menge zu vertreiben. Demonstranten skandierten: "Tod den Unterstützern von Terrorismus in Afghanistan." Die Demonstranten verlangten auch, dass Präsident Ashraf Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah abdanken sollten. Sie seien nicht in der Lage, die Menschen zu beschützen. Die Regierung entsandte Vertreter, um mit den Demonstranten zu reden.

Ghani sah sich veranlasst, sich im Fernsehen an das Volk zu wenden. "Ich habe die afghanischen Sicherheitskräfte angeordnet, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um Sicherheit für die Nation zu gewährleisten." Er versprach: "Die Feinde Afghanistans werden für das Blut unseres Volkes bezahlen." Unter den Demonstranten waren auch viele Frauen, was in dem konservativen Land unüblich ist.

dpa

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