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13:38 06.08.2015
Grundsicherung können Rentner bekommen und Erwachsene, deren Erwerbsfähigkeit dauerhaft gemindert ist. Quelle: Andreas Gebert/Illustration
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Wiesbaden

Künftig werde die Altersarmut im Osten deutlich zunehmen, sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Ulrike Mascher, voraus. "Es rollt eine Lawine der Altersarmut auf uns zu", warnte der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. "In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden immer mehr Menschen ohne hinreichende Rentenansprüche das Rentenalter erreichen."

Grundsicherung können sowohl Menschen im Rentenalter bekommen, als auch jüngere Erwachsene, deren Erwerbsfähigkeit dauerhaft gemindert ist. Der festgelegte Bedarf betrug im März 2015 durchschnittlich 758 Euro brutto im Monat. Netto waren es im Schnitt jedoch nur 460 Euro, weil das Einkommen zum Teil abgezogen wird.

Schätzungsweise 1,004 bis 1,009 Millionen Menschen bekamen diese staatliche Unterstützung im ersten Quartal 2015. Ende 2014 waren es 1,002 Millionen - der höchste Stand seit Beginn der Statistik 2003.

Die exakten Zahlen für die ersten drei Monate des laufenden Jahres konnte die Behörde aber noch nicht nennen, weil aufgrund eines Softwarefehlers bei einigen Meldestellen insgesamt nur rund 995 000 Empfänger angegeben worden waren. Das sind schätzungsweise 10 000 bis 15 000 zu wenig, wie die Statistiker errechneten. Bislang war die Grundsicherung jährlich von den Landesämtern erfasst worden, seit Jahresanfang wird sie vierteljährlich zentral vom Bundesamt erhoben.

"Dass die Zahlen zwischen Dezember und März relativ konstant geblieben sind, ist wenig überraschend", sagte Schneider. "Innerhalb von drei Monaten bewegt sich in der Regel nicht so viel. Der langfristige Trend zeigt jedoch ungebrochen nach oben."

61 Prozent der Bezieher von Grundsicherung im Alter waren Frauen (März 2015). In den alten Bundesländern waren 34 von 1000 Frauen und 28 von 1000 Männern auf das Geld angewiesen. In den neuen Ländern - einschließlich Berlin - erhielten sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im Rentenalter jeweils 19 von 1000 diese Unterstützung.

"Die Zahlen der Grundsicherung verdecken ein bisschen die tatsächliche Situation", sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Ulrike Mascher. Denn immer mehr über 65-Jährige übernähmen einen Minijob, um der Grundsicherung zu entkommen. "Viele alte Frauen scheuen sich auch, Grundsicherung zu beantragen, oder haben Sorge, dass ihre Kinder herangezogen werden." Probleme mit Mietzahlungen seien dann oft der Auslöser, doch diese staatliche Leistung zu beantragen.

dpa

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