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Merkel: Deutsch-polnische Beziehungen "Erfolgsgeschichte"

International Merkel: Deutsch-polnische Beziehungen "Erfolgsgeschichte"

Zwischen Berlin und Warschau ist die Stimmung angespannt - nicht nur wegen Streits über die Flüchtlingspolitik in Europa. Zum Jubiläum des Partnerschaftsvertrags betonen beide Seiten aber das Gemeinsame.

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Bundeskanzlerin Merkel und der polnische Präsident Duda.

Quelle: Jörg Carstensen

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ungeachtet aktueller Unstimmigkeiten die enge deutsch-polnische Verbundenheit hervorgehoben.

"Weil wir gute Nachbarn und sogar Freunde sind, ist das auch die Möglichkeit, wenn man einmal unterschiedlicher Meinung ist, Wege zu finden, sich darüber auszutauschen", sagte Merkel vor einem Gespräch mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Berlin.

Anlässlich des 25. Jahrestags des Nachbarschaftsvertrags beider Länder bezeichnete Merkel die Beziehungen als "eine wirkliche Erfolgsgeschichte". Dies sei alles andere als selbstverständlich und mache sie dankbar und angesichts der Geschichte auch demütig.

Duda würdigte den Vertrag als Vorbild für andere Länder. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten sich die Bevölkerungen Deutschlands und Polens gegenseitig vergeben. Zugleich gebe es "wie in einer guten alten Ehe" auch strittige Fragen. Wenn man füreinander Sympathie und eine wohlwollende Haltung habe und zusammenbleiben wolle, gelinge es aber, Lösungen zu finden.

Merkel und Duda wollten mit Blick auf den Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau unter anderem über Sicherheitsfragen sprechen. Der Präsident bezeichnete Deutschland und Polen "als wichtiges Fundament für die Europäische Union", die derzeit aber von Krisen geplagt sei. "Wichtig ist, dass wir diese Krisen gemeinsam bewerkstelligen, dass wir nach Lösungen suchen, die akzeptabel sind für alle", sagte er.

Zwischen den Polen und Deutschland gibt es unter anderem Differenzen in der europäischen Flüchtlingspolitik. Die EU und die nationalkonservativen Warschauer Regierung streiten zudem über die Justizreform und die Medienpolitik in Polen. Darin sehen EU-Menschenrechtsexperten eine Erosion des Rechtsstaats.

Vor 25 Jahren, am 17. Juni 1991, hatten Deutschland und Polen einen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Er gilt als Basis für Annäherung und Versöhnung nach dem Kalten Krieg. Am Freitagnachmittag wollte Duda Bundespräsident Joachim Gauck in Warschau zu weiteren Feierlichkeiten empfangen. Beide Staatsoberhäupter hatten sich bereits am Donnerstag in Berlin getroffen.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, kritisierte die Haltung der Deutschen zu Polen als nachlässig und überheblich. "Wir müssen uns viel mehr anstrengen, damit die Freundschaft zwischen Deutschland und Polen lebendiger wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ziemiak wurde 1985 in Polen geboren. Als er drei war, zogen seine Eltern mit ihm nach Iserlohn. Deutsche Politiker stünden oft mit erhobenen Zeigefinger da, beklagte Ziemiak. Mit der polnischen Regierung sollte man aber lieber ein offenes Wort sprechen und kritisch nachfragen.

dpa

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