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Merkel sieht Fortschritte in der Ukraine-Krise

Konflikte Merkel sieht Fortschritte in der Ukraine-Krise

Es geht voran, aber langsam - so der Tenor von Angela Merkel und François Hollande nach Gesprächen über knifflige Streitpunkte der Ukrainekrise. Doch auch die Kanzlerin erkennt noch viele Unwägbarkeiten.

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Im Gespräch: Angela Merkel trifft Wladimir Putin beim Ukraine-Gipfel in Paris. Foto: Etienne Laurent

Paris. Deutschland und Frankreich sehen nach einem Gipfeltreffen in Paris leichte Fortschritte auf dem Weg zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine.

"Beide Seiten sind durchaus aufeinander zugegangen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach rund vierstündigen Gesprächen mit Frankreichs Staatschef François Hollande, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko.

Dabei wurde allerdings auch klar, dass die Umsetzung des Minsker Friedensplans sich noch weiter verzögert. Zudem ist der Streit um die von den prorussischen Separatisten geplanten Kommunalwahlen nicht gelöst. Während Gastgeber Hollande sagte, diese könnten nicht am 18. Oktober stattfinden, wollen die in Paris nicht vertretenen Separatisten an ihren Plänen festhalten.

Die in Minsk vereinbarten Voraussetzungen dafür seien noch nicht erfüllt, sagte Hollande. "Dafür muss ein Wahlgesetz beschlossen werden." Nach Angaben Merkels will sich Putin dafür einzusetzen, dass die Wahlen wie im Februar festgelegt nach ukrainischem Recht stattfinden können. Hollande erwartet daher, dass die Wahlen erst im kommenden Jahr stattfinden können.

Putin hat nach Kreml-Angaben eine Kontaktaufnahme mit den Separatisten wegen der umstrittenen Kommunalwahlen zugesagt. "Der Präsident hat versprochen, dass er im Laufe von einigen Tagen den Auftrag erteilen wird, diese Fragen mit den offiziellen Vertretern der beiden Gebiete zu erörtern", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Die Separatisten beharrten auf ihrer Position: Es sei die Ukraine, die ihre Verpflichtungen aus dem Minsker Abkommen nicht einhalte, sagte ein Vertreter der sogenannten Volksrepublik Luhansk am Freitagabend in Moskau der Agentur Interfax. Im Separatistengebiet um Donezk soll am 18. Oktober, in Luhansk am 1. November gewählt werden.

Merkel und Hollande hoben hervor, dass der Waffenstillstand derzeit eingehalten werde. Die deutsche Kanzlerin warnte aber auch vor möglichen Rückschlägen: "Garantien gibt's erst, wenn es geschehen ist", sagte Merkel bei einer Pressekonferenz mit Hollande. Eine gemeinsame Erklärung mit Putin und Poroschenko gab es in Paris nicht.

Der ukrainische Staatschef Poroschenko sagte später nach Angaben von Interfax, dass das Militär seines Landes am Samstag wie zugesagt mit dem Rückzug leichterer Waffen von den Frontlinien beginnen werde.

Überlagert wurde die schon länger geplante Viererrunde von den russischen Luftschlägen in Syrien. Merkel verlangte in dem Konflikt neue internationale Anstrengungen für eine politische Lösung. "Nur allein durch militärisches Handeln werden die Menschen nicht in Frieden leben können", sagte sie. Allerdings müssten für eine Lösung zwischen den verschiedenen Akteuren noch "tiefe Gräben" überwunden werden, die Bemühungen seien noch "sehr am Anfang".

Zugleich trat Merkel Spekulationen über deutsch-französische Differenzen hinsichtlich der Zukunft von Machthaber Baschar al-Assad entgegen. Merkel sagte, es gebe "nicht die geringsten Unterschiede" zwischen Berlin und Paris. Man sei sich einig darin, dass Assad "in der Zukunft nicht die Rolle spielen wird, die er in der Vergangenheit gespielt hat". Man müsse nun "Übergänge finden".

dpa

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