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Politik Ministerin Ernst für bessere Bezahlung der Erzieher
Nachrichten Politik Ministerin Ernst für bessere Bezahlung der Erzieher
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00:25 30.03.2018
Auch digitale Technik wird Kindern von Erziehern mitunter näher gebracht. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) unterstützt den Vorstoß der neuen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), dass Erzieher künftig so viel verdienen sollten wie Lehrer. „Der Beruf der Erzieherin und des Erziehers ist sehr wichtig und verdient hohe Wertschätzung. Das muss sich perspektivisch auch in einer höheren Bezahlung ausdrücken“, sagte Ernst der MAZ. Wie eine Finanzierung in Brandenburg aussehen könnte, ließ die Ministerin offen. Der erste Schritt sei der geplante Einstieg in die beitragsfreie Kita.

Die neue Bundesfamilienministerin Giffey hatte Bund und Länder aufgefordert, die Bezahlung von Erziehern auf das Niveau von Grundschullehrern anzuheben. Konkrete Aussagen, wo das Geld für die Anhebung des Lohnniveaus herkommen soll, machte die SPD-Politikerin nicht. Bei der Finanzierung seien „alle gefragt, Bund und Länder“, sagte die Familienministerin.

Kritik von den Kommunen

Die Kommunen befürchten nun steigende Kosten. „Wir erwarten, dass der Grundsatz vollständig beachtet wird: „Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen“, sagt Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg. Aus seiner Sicht sei der Bund in der Sache nicht handlungsbefugt. Die Vergütungen würden vielmehr von den Tarifvertragsparteien ausgehandelt. Für die Kindertagesstätten der Städte und Gemeinden seien dies der Kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaften. „Die Bundespolitik sollte sich aus den Tarifverhandlungen heraushalten“, so Graf.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg begrüßt hingegen den Vorschlag aus Berlin. „Wir finden, dass die Erzieherausbildung sehr hochwertig ist und fordern seit Langem, dass das Gehalt von Erziehern an das von Grundschullehrer angeglichen wird.“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Dieter Korte.

Brandenburger Politik zwiegespalten

Ines Große, Vorstandsvorsitzende der Volkssolidarität Brandenburg hält die Forderung nach einer besseren Bezahlung für richtig, damit sich wieder mehr junge Menschen für den Beruf entscheiden. Jedoch dürfe es in der Debatte nicht allein um die Geldfrage gehen. Als Träger von 16 Einrichtungen mit 2000 Kindern im Land setzt sich der Sozial- und Wohlfahrtsverband vor allem für bessere Rahmenbedingungen für die Erzieher ein. „Wir müssen mehr über Aufgaben und Anforderungen reden.“ So sei das Personal in den Brandenburger Kitas noch immer knapp. „Die Politik hat nicht rechtzeitig darauf reagiert, dass der Bedarf an Kita-Plätzen mit Hinblick auf steigende Geburtenzahlen wächst.“

In der Brandenburger Politik stößt der Vorschlag der Familienministerin auf Zurückhaltung und Zustimmung. „Erzieher leisten eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, aber sie per se in der Besoldung gleichzustellen mit Lehrern, halte ich für problematisch“, sagt der CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffman. Wenn das Gehalt von Erziehern an das von Grundschullehrern angeglichen wird, werde nicht berücksichtigt, dass Lehrer ein „anspruchsvolles Hochschulstudium und Referendariat absolviert haben.“ Gleichwohl sei es wichtig, auf den akuten Fachkräftemangel mit besserer Bezahlung zu reagieren. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken Kathrin Dannenberg hält die Forderung der Familienministerin für sinnvoll und warnt vor einer „Neiddebatte“ zwischen Lehrern und Erziehern. „Es muss um eine faire Bezahlung gehen.“

Von Diana Bade

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