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Nachrichten Politik Mobiles Internet fehlt in elf Prozent des Bundesgebiets
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18:02 29.08.2018
Elf Prozent des Bundesgebiets sind ohne ausreichende Breitbandversorgung. Quelle: Jens Büttner/dpa
Berlin

Der Ausbau des mobilen Internets hinkt in Deutschland weiter hinterher. Wie die Bundesregierung auf eine Frage der FDP-Bundestagsfraktion ermittelte, ist deutschlandweit eine Fläche von rund 41.000 Quadratkilometern ohne ausreichende Mobilfunkversorgung der Standards UMTS oder LTE. Das entspricht 11,5 Prozent des Bundesgebietes, einer Fläche, die größer ist als das Bundesland Baden-Württemberg. Die schriftliche Antwort des Bundesverkehrsministeriums liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.

Im Ranking der Bundesländer ist das mobile Breitbandinternet am schlechtesten in Rheinland-Pfalz ausgebaut. Hier sind 16,8 Prozent der Landesfläche unterversorgt. Auch in Baden-Württemberg (16,4 Prozent Unterversorgung), Bayern (14,5 Prozent), Brandenburg (14,4 Prozent) und Thüringen (11,8 Prozent) gibt es überdurchschnittlich viele Funklöcher. In Mecklenburg-Vorpommern und Hessen (jeweils 11,2 Prozent), dem Saarland (9,8 Prozent), Sachsen (9,4 Prozent), Sachsen-Anhalt (8,5 Prozent), Niedersachsen (8,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (5,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (4,5 Prozent) ist der Netzausbau weiter als im Bundesdurchschnitt. Eine vollständige oder nahezu vollständige mobile Breitbandabdeckung gibt es in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin.

„Bei der flächendeckenden Qualität der mobilen Breitbandversorgung hinkt Deutschland anderen europäischen Ländern leider immer weiter hinterher“, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnet Torsten Herbst dem RND. „Während hierzulande noch völlig unklar ist, wie die vielen weißen Flecken geschlossen werden sollen, haben die Niederlande bereits angekündigt, ihr 3G-Netz im Januar 2022 abzuschalten. Das ist ein Armutszeugnis für die regierende schwarz-rote Koalition“, so Herbst.

Das Schließen von Versorgungslücken müsse spätestens mit der Versteigerung der neuen 5G-Mobilfunklizenzen höchste Priorität bekommen, forderte der Abgeordnete. „Die Versteigerungsbedingungen müssen so gestaltet sein, dass die flächendeckende Versorgung im Mittelpunkt steht, und nicht die Maximierung der Einnahmen für den Bundesfinanzminister“, appellierte Herbst. „Die flächendeckende Mobilfunkversorgung ist heute auch ein Spiegelbild für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes. Wenn Deutschland hier nicht bedeutend schneller und besser wird, zahlen wir einen hohen Preis beim Verzicht auf digitale Geschäftsmodelle und bei der Lebensqualität in den ländlichen Regionen.“

Von Andreas Niesmann/RND

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