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Politik Nach Atomtest Nordkoreas drohen USA und Verbündete mit Härte
Nachrichten Politik Nach Atomtest Nordkoreas drohen USA und Verbündete mit Härte
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14:53 07.01.2016
In einem Bahnhof in Seoul verfolgen Passanten auf einem Bildschirm einen Bericht zum nordkoreanischen Atomtest. Quelle: Jeon Heon-Kyun
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Seoul

Nach einem neuen Atomtest Nordkoreas haben die USA, Südkorea und Japan dem kommunistischen Regime ernste Konsequenzen angekündigt.

US-Präsident Barack Obama, die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wollen für die Annahme einer Resolution des UN-Sicherheitsrates zusammenarbeiten, die harte Sanktionen gegen Nordkorea vorsieht.

Nach Berichten südkoreanischer Medien besprachen Militärvertreter der USA und Südkoreas außerdem die mögliche Verlegung von strategischen US-Kampfflugzeugen auf die koreanische Halbinsel.

Südkorea kündigte außerdem an, die Propaganda-Beschallung an der Grenze zu Nordkorea wieder aufzunehmen. Die Lautsprecher-Durchsagen sollten am Freitag beginnen, teilte das Präsidialamt in Seoul mit.

Durch die antikommunistische Propaganda könnten sich nach Ansicht von Beobachtern die Spannungen deutlich erhöhen. Pjöngjang hatte angesichts solcher Beschallungsaktionen im vergangenen Sommer von einem "offenen Kriegsakt" gesprochen.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet und damit weltweit Empörung ausgelöst.

Atomexperten in Südkorea und anderen Staaten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Kernwaffentest. Sie bezweifelten aber angesichts der begrenzten Sprengkraft, dass tatsächlich eine Wasserstoffbombe detonierte. Eine solche Bombe ist um ein Vielfaches stärker als eine herkömmliche Atombombe.

Das Präsidialamt in Seoul bezeichnete den Test als "schwere Verletzung des Abkommens vom August". Es spielte dabei auf die Vereinbarungen beider Länder über Schritte zu einer Entspannung an. Im August 2015 waren zwei südkoreanische Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Soldaten verletzt worden. Als Reaktion darauf nahm Südkorea seine Lautsprecher-Propaganda nach elfjähriger Unterbrechung vorübergehend wieder auf. Erst nach den bilateralen Krisengesprächen wurde die Lautsprecheraktion wieder beendet.

Die Verbündeten USA und Südkorea wollten die "angemessenen Reaktionen" auf die Provokationen Nordkoreas koordinieren, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul nach einem Telefonat von US-Verteidigungsminister Ashton Carter mit dessen südkoreanischem Amtskollegen Han Min Koo mit.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, Südkoreas Generalstabschef Lee Sun Jin und der Befehlshaber der US-Streitkräfte Korea (USFK), Curtis Scaparrotti, hätten über die Verlegung von strategischen Waffen nach Südkorea geredet. Dazu gehörten etwa die mögliche Verlegung eines Atom-U-Boots, eines B-52-Langstreckenbombers oder von Jagdflugzeugen des Typs F-22. 

In einer Dringlichkeitssitzung hatte der Weltsicherheitsrat den Atomtest durch Nordkorea verurteilt. Der Rat ziehe "weitere bedeutende Maßnahmen" in Betracht, sagte der derzeitige Ratsvorsitzende Elbio Rosselli. Der Test verstößt gegen vier bestehende UN-Resolutionen.

Der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk (CSU), befürchtet nach dem Test eine Eskalation in der Region. "Dieser Schritt Nordkoreas birgt weitere Gefahren, dass solche Waffen über Nordkorea in falsche Hände geraten können und dass die Spannung wieder zunimmt. Und das ist eigentlich das Bedauerliche, dass da eine Eskalation von Wettrüstung, eine Zunahme von Spannung gegeben ist und das hat Nordkorea jetzt zu verantworten. Jedenfalls ist die Situation dort jetzt wieder ernster und bedrohlicher, nicht nur für die Region, sondern auch für die internationale Gemeinschaft", sagte Koschyk dem Radiosender Bayern 2.

Nordkorea hatte zwischen 2006 und 2013 bereits drei Atomwaffentests unternommen, auf die der Rat mit neuen Sanktionen antwortete. Die Diktatur unter Machthaber Kim Jong Un sieht sich von den USA bedroht und stockt ihr Nukleararsenal seit Jahren stetig auf.

dpa

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