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Politik Hakenkreuze in Schönberg: Mögliche Täter ermittelt
Nachrichten Politik Hakenkreuze in Schönberg: Mögliche Täter ermittelt
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16:53 06.08.2018
Kerzen, eine Zeichnung und ein Foto erinnern an den tragischen Unfalltod eines neunjährigen Jungen in Schönberg (Mecklenburg-Vorpommern). Quelle: RND/Michael Prochnow
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Schönberg

Nach wiederholten Hakenkreuzschmierereien in Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. Den beiden Männern im Alter von 22 und 23 Jahren kamen die Ermittler durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur.

Die Staatsanwaltschaft sieht Fremdenfeindlichkeit als Hintergrund der Taten. Ihnen voraus ging der Unfalltod eines syrischen Kindes. Neben den Hakenkreuzen war der Schriftzug „1:0“ aufgebracht.

Entsetzen über die Schmiererei

Der Fall sorgte in den vergangenen Tagen bundesweit für Schlagzeilen: An der Unfallstelle in Höhe der Supermärkte in der Dassower Straße erinnern Grablichter, ein Bild und ein Foto des getöteten Jungen an den Unfall, der sich am 20. Juni ereignete. Damals war das Kind, das auf einem Fahrrad unterwegs war, unvermittelt auf die Straße gefahren und von einem Traktor erfasst worden. Der Neunjährige erlag später seinen schweren Verletzungen.

Wenige Tage später tauchte das erste Hakenkreuz auf, das auf den Bürgersteig in Höhe der Unfallstelle gemalt worden war. In der vergangenen Woche malten Unbekannte erneut ein Hakenkreuz an die Stelle. Besonders abscheulich: Neben das Hakenkreuz hatten der beziehungsweise die Täter „1:0“ geschrieben. In den sozialen Netzwerken kursieren Gerüchte, dass die Farbe der Hakenkreuze mit der jener Nazi-Parolen identisch sei, die an den Hauswänden in der näheren Umgebung zu finden seien. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.

Ministerpräsidentin spricht Klartext

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die rechtsextremen Schmierereien verurteilt. „Das ist eine widerwärtige Tat“, sagte sie dem „Nordkurier“. Auch Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD) hat deutlich Stellung bezogen und die Aktionen verurteilt: „Und dann kommen Menschen auf die Idee, dieses tragische Ereignis mit Symbolen aus der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte, dem Nationalsozialismus, mit Hakenkreuzen, auf dem Gehweg zu kommentieren.“

Von RND/OZ/Jürgen Lenz

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