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Politik “Nach dem Brexit sind Kürzungen unumgänglich“
Nachrichten Politik “Nach dem Brexit sind Kürzungen unumgänglich“
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15:31 23.03.2018
„Die Briten waren einer der großen Beitragszahler, ihr Austritt hinterlässt eine Lücke“: EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger. Quelle: dpa
Brüssel

Nach dem Brexit muss die Europäische Union mit weniger Geld zurecht kommen. Das bedeutet Einbußen – in manchen Bereichen von bis zu zehn Prozent. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger erklärt im Interview, wie das gehen soll:

Großbritannien wird in der Übergangsphase weiter Mitgliedsbeiträge an die EU bezahlen. Ist das eine gute Nachricht für den Haushaltskommissar?

Ich bereite gerade die Vorlage des Etats für 2019 vor. Und da ist eine solche Übereinkunft natürlich eine gute Nachricht – für viele laufende Programme und Projekte, deren Finanzierung ansonsten zumindest hätte geprüft werden müssen.

Trotzdem müssen Sie sparen. Wollen Sie dieses Interview nutzen, um den deutschen Bauern, den Bürgermeistern, den Vereinen zu sagen, dass sie künftig deutlich weniger Geld aus Brüssel bekommen?

Daraus mache ich kein Geheimnis. Das wird so sein. Die Briten waren einer der großen Beitragszahler, ihr Austritt hinterlässt eine Lücke von zwölf bis 13 Milliarden Euro im Jahr. Das kann ich nicht zu 100 Prozent mit höheren Einnahmen auffangen. Deshalb müssen wir die Hälfte der Summe einsparen, die andere Hälfte durch mehr Geld auffangen. Ich will aber auch sagen: Wenn wir den Schutz der Außengrenzen ausbauen, in die Verteidigungsunion investieren und weitere Aufgaben in Europa übernehmen, entlasten wir die Mitgliedstaaten. Das sollten die bedenken, die heute höhere Beiträge ablehnen.

Sie werden weder an den Forschungsetat noch an das Studentenaustauschprogramm Erasmus+ gehen. Also doch bei Bauern und Regionen sparen?

Ja, in diesen beiden Bereichen sind Kürzungen unumgänglich und müssen akzeptiert werden.

Von welcher Größenordnung reden wir da?

Ich gehe von geringen Einsparungen zwischen fünf und zehn Prozent aus.

Sie haben immer wieder betont, dass die EU mehr Einnahmen braucht. Aber für eine Plastiksteuer, die Sie ja wollen, stoßen Sie nicht auf viele Gegenliebe. Hat die Abgabe auf Kunstsoff trotzdem noch eine Chance?

Es geht nicht um die Plastiksteuer alleine. Meine Fachleute, aber auch andere Experten haben einen Katalog von Maßnahmen erstellt, der zehn Punkte umfasst, von denen ich zwei oder drei als machbar ansehe. Bisher ist es ja so: Zehn Prozent der Einnahmen der EU stammen aus Zöllen, weitere zehn Prozent aus Anteilen an der nationalen Umsatzsteuer sowie weitere nicht kalkulierbare Einnahmen wie Bußgelder aus Kartellverfahren. Der Rest sind Beiträge der Mitgliedstaaten. Ich würde gerne diese Abhängigkeit von den Etats der Länder etwas lösen, um die Staaten zu entlasten, aber gleichzeitig sichere Einnahmen zu generieren. Dabei kann eine Abgabe auf Plastik ein sinnvolles Instrument sein, weil wir ja aus ökologischen Gründen alles daran setzen müssen, die Verschmutzung der Umwelt durch Kunststoffe zu stoppen.

Die Wut gegen Russland ist nach dem Nervengas-Anschlag in Großbritannien groß. Ist das schon der Zeitpunkt, um über schärfere Sanktionen zu reden?

Die Strafmaßnahmen wurden wegen der Annexion der Krim und des Ostukraine-Konfliktes erlassen. Ich halte weitere Sanktionen für derzeit nicht angebracht. Allerdings halte ich einen stufenweisen Abbau zum jetzigen Zeitpunkt, wie ihn der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel vorgeschlagen hat, auch für falsch.

Die bisherigen Sanktionen richten sich vor allem gegen russische Führungspersönlichkeiten in Politik und Wirtschaft. Es gibt Forderungen, nun auch den Rosneft-Aufsichtsratschef und früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder in die Strafmaßnahmen einzubeziehen. Ist das nicht genau der richtige Zeitpunkt dafür?

Aus guten Gründen hat die EU bei ihren Sanktionen Teile des Energiesektor ausgenommen. Denn Gas und Öl sind für beide Seiten lebenswichtige und deshalb sensible Produkte. Das halte ich für richtig und würde deshalb davor warnen, diese wirtschaftlichen Bereich in irgendwelche politischen Strafmaßnahmen einzubeziehen.

Von Detlef Drewes/RND

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