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14:09 09.01.2016
Neue Polizeiwaffe von Heckler & Koch Quelle: Hersteller
Potsdam

Die rund 8000 Polizisten in Brandenburg bekommen neue Dienstpistolen. Der Hersteller Heckler & Koch hat sich in einer Ausschreibung des Innenministeriums Ende 2015 gegen SIG Sauer durchgesetzt. 4,8 Millionen Euro gibt das Land für die Neuanschaffung aus, wie der Zentraldienst der Polizei bestätigte.

Damit tauscht Brandenburg die Standardwaffe SIG Sauer P228 aus, die Anfang der 1990er Jahre angeschafft wurde. Dieser Schritt sei nötig, weil die alten Pistolen „ihrem Lebenszyklus geschuldeten Verschleiß“ zeigten, heißt es vom Zentraldienst – Polizisten müssen einmal im Quartal auf den Schießstand. Die neue Standardwaffe SFP 9 soll „die Eigensicherung der Beamten deutlich erhöhen“ und sei bequemer zu tragen. Sie ist hundert Gramm leichter als das bislang benutzte Modell. Zwei Schuss mehr pro Magazin soll jeder Polizist zur Verfügung haben. Eine neuartige Sicherung ermöglicht es den Beamten, im Notfall schneller schussbereit zu sein. Rechts- wie Linkshänder sollen das Schießeisen nutzen können, auch lässt sich der Griff an zierliche Hände anpassen – wichtig in einer Behörde, in der mittlerweile ein Viertel der Ordnungshüter Frauen sind.

Das passiert mit den ausgemusterten Waffen

2017 sollen die ersten der Waffen geliefert werden, 2020 alle Beamten ausgerüstet sein. Die ausgemusterten Exemplare werden dann „durch Einschmelzung im Stahlwerk vollständig vernichtet“, heißt es vom Zentraldienst in Wünsdorf.

Schuss in den Kopf

Im Jahr 2014 haben Brandenburger Polizisten 781 Mal im Einsatz geschossen. 777 Mal erlösten sie verletzte Tiere, in drei Fällen gaben sie Warnschüsse ab. Nur einmal richtete ein Beamter die Waffe gegen einen Menschen: In Cottbus schoss ein Polizist einem mutmaßlichen Kriminellen bei der Festnahme in den Kopf. Der Mann liegt im Koma. In seiner Wohnung hatten die Beamten zuvor eine Kalaschnikow gefunden. Der Polizist wurde zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Wegen der erhöhten Terrorgefahr erhalten Sondereinheiten der Polizei jetzt das Sturmgewehr G36 – ebenfalls von Heckler & Koch. Es soll durchschlagskräftiger sein als die bisher benutzten Waffen.

Ein Hersteller mit Image-Problemen

Das Sturmgewehr G36 des bayerischen Herstellers Heckler & Koch aus Oberndorf geriet im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, weil es bei Tests im heiß geschossenen Zustand nicht mehr genau traf.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine Neuausschreibung für das Standardgewehr der Bundeswehr beschlossen. Im Moment laufen die Vorbereitungen.

Hauptgrund sollen Kunststoffteile sein, die sich bei Hitze verziehen. Sie machen das Gewehr allerdings so leicht, dass es die Soldaten es wegen des geringen Gewichts schätzen. Brandenburgs Spezialeinheiten erhalten jetzt das G 36.

Von Ulrich Wangemann

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