Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Neue Unruhe: Trumps Wahlkampfstratege Manafort tritt zurück

Wahlen Neue Unruhe: Trumps Wahlkampfstratege Manafort tritt zurück

Donald Trump bekommt nur schwer Ruhe in sein Wahlkampfteam. Nach einer Umbildung im Führungsteam hat jetzt Chefstratege Paul Manafort genug. Er war zuletzt wegen Verstrickungen in der Ukraine in die Schlagzeilen geraten.

Voriger Artikel
Zwei Haftbefehle gegen Terror-Verdächtige in Brandenburg
Nächster Artikel
Ungewöhnlich viele Migranten erreichen griechische Inseln

US-Präsidentschaftsbewerber Trump: «Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert.» Foto: Michael Reynolds/Archiv

Washington. Gut elf Wochen vor der US-Wahl herrscht in Donald Trumps Wahlkampfteam weitere große Unruhe. Am Freitag trat Paul Manafort zurück, bisheriger Leiter des Wahlkampfteams. Das bestätigte der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner in einer Mitteilung.

Manafort stand zuletzt wegen Berichten über finanzielle Verstrickungen in der Ukraine unter erheblichem Druck. Trumps Sohn Eric sagte: "Ich glaube, mein Vater wollte nicht, dass die Dinge, mit denen Manafort zu tun hat, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen." Deshalb habe er es für besser empfunden, ihn ziehen zu lassen.

Manafort war im März an Bord des Trump-Teams geholt worden und hatte dort im April den glücklosen Corey Lewandowski abgelöst.

Erst am Mittwoch hatte Trump mit Stephen Bannon eine neue Spitze des Wahlkampfteams installiert. Manafort sollte als eine Art Chefstratege im Team bleiben. Gut 80 Tage vor der Wahl liegt der Republikaner Trump in allen relevanten Umfragen hinten. Er braucht dringend neuen Erfolg.

Am Freitag veröffentlichte die Trump-Kampagne erstmals einen Wahlwerbespot. Der richtet sich inhaltlich strikt gegen Zuwanderung.

Manafort ist seit Jahrzehnten ein umtriebiger Lobbyist in der internationalen Politik. Er arbeitete als Berater unter anderen für den 2014 gestürzten, pro-russischen Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, den früheren philippinischen Machthaber Ferdinand Marcos und den angolanischen Rebellen Jonas Savimbi.

Manafort wurde nach einem Bericht der "New York Times" 22 Mal in einer Liste "schwarzer Konten" einer prorussischen Partei in der Ukraine genannt. Ihm sollten nach geheimen Dokumenten insgesamt 12,7 Millionen US-Dollar (rund 11,4 Millionen Euro) gezahlt werden, hatte die Zeitung unter Berufung auf die ukrainische Antikorruptionsbehörde berichtet. Es ist unklar, wofür das Geld sein sollte und ob es gezahlt wurde. Zuletzt gab es weitere Berichte über pro-russische Verstrickungen Manaforts. Er selbst dementierte dies.

Trumps wohlwollende Äußerungen zu Russland sind seit Wochen ein Thema im Wahlkampf. Nach einem Hackerangriff auf den Demokraten-Vorstand, hinter dem die Partei Russland vermutete, rief Trump Moskau dazu auf, nach verschwundenen E-Mails der Kandidatin Hillary Clinton zu suchen.

In der Nacht zum Freitag und nach dem Umbau seines Teams überraschte der sonst so aggressive Trump mit einem ungewohnten Eingeständnis: "Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert. Und glaubt es oder nicht, ich bereue das", sagte Trump in North Carolina.

Trump hatte oft gesagt, Fehler zuzugeben sei eine Schwäche. Trump hatte am Mittwoch neben Bannon die Umfragespezialistin Kellyanne Conway an Bord geholt. Sein jüngster Auftritt könnte nun bereits ihre Handschrift getragen haben. Sie bemühte sich auch in Interviews, ein menschlicheres Bild von Donald Trump zu zeichnen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161128-99-345689_large_3_4.jpg
Fotostrecke: VfB-Stürmer Terodde trifft und trifft und lobt Mitspieler

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?