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Nachrichten Politik Neukaledonier wollen weiter zu Frankreich gehören
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16:22 04.11.2018
Vor den Wahllokalen in Neukaledonien hatten sich am Sonntag lange Schlangen gebildet. Quelle: Mathurin Derel/AP/dpa
Nouméa

Neukaledonien bleibt Teil Frankreichs. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich am Sonntag 56,4 Prozent gegen eine Unabhängigkeit aus, 43,6 Prozent stimmten dafür, wie das Büro des Hochkommissars für das Territorium im Südpazifik mitteilte. Der französische Präsident Emmanuel Macron rief zu einem Dialog über die Zukunft des Territoriums auf.

Auf den Inseln nördlich von Neuseeland leben etwa 270.000 Menschen. Die einheimischen Kanak stellen etwa 40 Prozent der Bevölkerung, Menschen europäischer Herkunft rund 27 Prozent. Die anderen stammen aus asiatischen Ländern oder von pazifischen Inseln. Die Kanak haben sich eher für eine Unabhängigkeit ausgesprochen, während die Nachfahren europäischer Siedler die Zugehörigkeit zu Frankreich erhalten wollen.

Großer Andrang vor den Wahllokalen

Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag bei 80,6 Prozent. Der Andrang war so groß, dass einige Wahllokale in der Hauptstadt Nouméa etwa eine Stunde länger geöffnet blieben, wie das Büro des Hochkommissars mitteilte. Stimmberechtigt waren 174.000 Menschen. Anne-Marie Mestre, Mitglied im Organisationsausschuss für das Referendum, sagte, die hohe Beteiligung trage zur Glaubwürdigkeit der Abstimmung bei. Niemand könne die Volksbefragung anzweifeln. „Alle Altersgruppen waren vertreten und wurden mobilisiert“, erklärte sie.

Macron sagte, der einzige Sieger der Abstimmung sei der Geist des Dialogs. „Ich rufe alle auf, sich der Zukunft zuzuwenden und das Neukaledonien von morgen zu schaffen“, sagte er. Premierminister Édouard Philippe will Vertreter des Territoriums vor Ort treffen, um über die zukünftigen Beziehungen zu beraten.

Beobachter hatten mit einer Mehrheit gegen die Unabhängigkeit gerechnet. Viele Einwohner fürchteten wirtschaftliche Probleme, falls die Verbindung zu Frankreich gekappt wird. Neukaledonien wird von Paris pro Jahr mit 1,3 Milliarden Euro unterstützt.

Referendum bereits vor 30 Jahren geplant

Die Wählerin Monette Saihulinwa sagte, sie lehne eine Unabhängigkeit von Frankreich ab. „Ich will nicht, dass sich unser Leben ändert“, sagte sie. Andere lobten das Referendum als einen Meilenstein. „Auf diese Wahl haben wir seit 30 Jahren gewartet“, sagte die 34 Jahre alte Mariola Bouyer. „Diese Wahl muss zeigen, dass wir in Frieden leben wollen, unabhängig von unserer Hautfarbe, unseren Wurzeln. Wir bauen gemeinsam ein neues Land auf.“

Während der Stimmauszählung kam es vereinzelt zu Unruhen. In Nouméa wurden sieben Autos angezündet. In zwei Fällen wurden Steine geworfen, einige Straßen wurden gesperrt. Ansonsten blieb es aber weitgehend ruhig.

Befürworter der Unabhängigkeit halten die Flagge von Neukaledonien Quelle: AP

Neukaledonien gehört seit dem 19. Jahrhundert zu Frankreich. Zunächst diente es als Gefängniskolonie, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es Überseegebiet. 1957 erhielten die zuvor diskriminierten Kanak die französische Staatsbürgerschaft. Mittlerweile genießen die Inseln mit Sonnenstränden und Nickelbergbau eine weitreichende Autonomie.

Die Planungen für das Referendum begannen schon vor 30 Jahren, um gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Unabhängigkeit zu beenden. 1988 wurde ein Abkommen geschlossen, das zwei weitere Referenden bis 2022 vorsieht.

Von RND/AP

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