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Niederländer strömen an die Wahlurnen

Wahl in Holland Niederländer strömen an die Wahlurnen

Die Niederlande haben die Wahl – und Europa schaut gebannt nach Westen. Denn das Abschneiden der Rechtspopulisten um Geert Wilders wird als Signal für die Wahlen in Frankreich und Deutschland später im Jahr angesehen.

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Wähler auf den Marker-Wadden-Inseln stellen sich vor dem Wahllokal an.

Quelle: imago

Den Haag. Auch die Niederländer selbst scheinen sich der Bedeutung ihres Urnengangs bewusst zu sein. Bis zum Nachmittag zeichnete sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Etwa ein Drittel aller Wähler hatte seine Stimme bereits abgeben. In Utrecht beispielsweise hatten bereits rund 40 Prozent der Bürger gewählt. In Amsterdam 25 Prozent und in Den Haag 34,5 Prozent. Der heftige Wahlkampf und vor allem der diplomatische Streit mit der Türkei haben die niederländischen Wähler offenbar mobilisiert. Rund 13 Millionen Niederländer sind wahlberechtigt. Vor fünf Jahren wählten rund 74 Prozent von ihnen. Doch viele Niederländer wussten auch am Wahltag noch nicht, wem sie ihre Stimme geben sollen.

Sollte der Populist und Islamkritiker Geert Wilders als klarer Wahlsieger aus dem Urnengang in den Niederlanden hervorgehen, dann hätte das Signalwirkung auch auf die Wahlen in Frankreich im April/Mai und in Deutschland im September. Doch es sieht nicht danach aus, dass Wilders und seine Freiheitspartei PVV als Wahlsieger dastehen werden, wenn um 21 Uhr am Mittwochabend die Wahllokale schließen.

Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) hat deutlich an Popularität zugelegt, seitdem er dem türkischen Präsidenten Erdogan die Stirn bot und zwei türkischen Ministern nicht gestattete, in Holland Wahlkampf zu machen. In den letzten Umfragen lagen Rutte und die VVD rund drei Prozent vor Wilders und dessen PVV. Vor allem viele junge Niederländer sagen: ,,Ich stimme für Rutte, weil er und das liberale Parteiprogramm der VVD mich ansprechen,‘‘ so wie es die 24jährige Charlotte in Den Haag formuliert. Rutte ist beides: Staatsmann und Volkstribun. Das hat er in der Türkei-Krise bewiesen, als er als Landesvater im Stil von Churchill gegen Erdogan auftrat und ihm klarmachte: Bis hierher und nicht weiter. Rutte kann aber auch ganz jovial und vor allem volksnah sein, wenn er mit seinen Landsleuten in einer Kneipe irgendwo einen Kaffee oder ein Bierchen trinkt. Das mögen die Niederländer.

Geert Wilders kann derlei Dinge nicht tun. Denn er steht auf der Todesliste islamistischer Terroristen ganz oben. Wilders wird rund um die Uhr von sechs Bodyguards bewacht. Seit zwölf Jahren. Ein spontaner Kneipenbesuch ist für Wilders unmöglich – wie vieles andere auch. Auch dieses Detail wird womöglich mit dazu beitragen, dass Menschenfischer Wilders nicht der strahlende Wahlsieger sein wird, sondern Mark Rutte und seine VVD diese historische Wahl klar gewinnen werden.

Von RND/Helmut Hetzel

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