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OECD-Bericht: Deutschland bietet jungen Leuten gute Job-Chancen

Bildung OECD-Bericht: Deutschland bietet jungen Leuten gute Job-Chancen

Jahr für Jahr wird der OECD-Ländervergleich zur Bildung von Experten und Politikern mit Spannung erwartet. Manchmal gibt es Schelte, auch für Deutschland. Die neue Studie enthält einige gute Zeugnisnoten.

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Auszubildender am Schweißgerät. Die Job-Chancen junger Menschen sind in Deutschland mit seinem bewährten dualen Bildungssystem besser als in den anderen großen Industrienationen. Foto: Daniel Bockwoldt

Berlin. Die Job-Chancen junger Menschen sind in Deutschland mit seinem bewährten dualen Bildungssystem viel besser als in den anderen großen Industrienationen.

Das geht aus dem Bericht "Bildung auf einen Blick 2015" hervor, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin vorstellte. Laut Vergleichsdaten für 2014 lag die Quote der 20- bis 24-Jährigen, die nach ihrer Schulzeit weder in Arbeit noch in Aus- oder Weiterbildung waren, hierzulande bei 10,1 Prozent - im Durchschnitt von 33 OECD-Staaten dagegen bei 17,9 Prozent.

In Großbritannien (17,0 Prozent), den USA (17,5), Frankreich (18,3), Spanien (29,0) und Italien (34,8) war die Quote der jungen Leute zwischen 20 und 24 Jahren ohne Integration ins Erwerbsleben deutlich schlechter als in Deutschland. Bessere Werte verzeichneten nur Luxemburg (9,0), Island (9,4) und Norwegen (10,0), etwas schwächer schnitten die Niederlande, Österreich, Tschechien, Dänemark, Schweden und die Schweiz ab. Ähnlich sah es im Gesamtüberblick von Männern und Frauen zwischen 15 und 29 Jahren aus: Erwerbslosigkeit in Deutschland bei 9,2 Prozent, OECD-weit bei 15,5 Prozent.

Laut Jahresbericht trugen "die gute Konjunktur, aber auch die leistungsfähige berufliche Bildung" dazu bei, jungen Menschen in der Bundesrepublik den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Mit dem dualen System - der Kombination von betrieblicher Lehre und Berufsschule - habe Deutschland "gute Voraussetzungen", auch die Arbeitsmarktintegration von Migranten zu stemmen, sagte der stellvertretende OECD-Generalsekretär Stefan Kapferer.

Die Beschäftigungsquoten in Deutschland waren bei allen Bildungsabschluss-Niveaus über dem OECD-Schnitt, hieß es weiter. Der Anteil der Erwerbstätigen unter den Hochqualifizierten - etwa mit Studienabschluss - liege bei herausragenden 88 Prozent. Ein höherer Bildungsabschluss versetze demnach eher in die Lage, sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen, so das OECD-Fazit. Dem Bericht zufolge geht es bei der höheren Bildung in der Tat aufwärts: Rund 53 Prozent eines Jahrgangs in Deutschland - ohne ausländische Studenten - beginnen ein Studium oder einen anderen sogenannten tertiären Bildungsgang wie Meister oder Techniker.

Allerdings liegt der OECD-Schnitt (60 Prozent) noch ein gutes Stück darüber. Kapferer verband mit diesen Zahlen die Empfehlung, den Weg zu mehr hoher Bildung weiterzugehen: "Demografiebedingt wird in den kommenden Jahren in Deutschland eine vergleichsweise große Zahl an Hochqualifizierten aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die entstehende Fachkräftelücke kann nur geschlossen werden, wenn sich der Anteil gut ausgebildeter Jugendlicher an den zahlenmäßig schwächeren, nachrückenden Jahrgängen weiter erhöht."

Der OECD-Bericht nimmt auch die in Deutschland lange vernachlässigte frühkindliche Bildung etwa in Kitas oder bei Tagesmüttern in den Blick und registriert "gute Fortschritte auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit". Knapp zwei von drei Zweijährigen (2013: 59 Prozent) nehmen solche Angebote wahr - mehr als im OECD-Durchschnitt (39 Prozent). Die allermeisten Dreijährigen (92 Prozent) genießen jetzt eine Vorschulbildung - 2005 waren es nur 80 Prozent.

"Gerade Kinder mit Migrationshintergrund oder die neu ankommenden Flüchtlingskinder" könnten in Kitas ihr Deutsch verbessern, betonten Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth (beide CDU). "Dieser erste Schritt in unser Bildungssystem ist für einen erfolgreichen Bildungsweg besonders wichtig."

dpa

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