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Österreich will Enteignung von Hitlers Geburtshaus

Geschichte Österreich will Enteignung von Hitlers Geburtshaus

Die Kleinstadt Braunau am Inn würde wohl kaum jemand kennen, wenn dort nicht Adolf Hitler geboren worden wäre. Nun will die Regierung in Wien das Geburtshaus des Nazi-Diktators in Staatseigentum überführen - anscheinend, um Missbrauch vorzubeugen.

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Ein Gedenkstein aus dem ehemaligen KZ-Mauthausen steht vor dem Hitler-Haus in Braunau.

Quelle: Matthias Röder/Archiv

Wien. Die österreichische Regierung will die Eigentümerin des Geburtshauses von Adolf Hitler enteignen lassen. Entsprechende Presseberichte bestätigte das Innenministerium in Wien.

Nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen über die Nutzung des leerstehenden Hauses in Braunau am Inn an der Grenze zu Niederbayern habe man sich entschlossen, den Weg zur Enteignung konkret zu prüfen und eine dazu nötige Gesetzesänderung vorzunehmen. Die Besitzerin, die das Gebäude der Regierung bisher nicht verkaufen wollte, soll entschädigt werden.

"Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass die Enteignung der einzige Weg ist, um eine Nutzung des Gebäudes im Sinne einer nationalsozialistischen Wiederbetätigung ausschließen zu können", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Nähere Angaben dazu machte er nicht, doch gab es nach einem Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" immer wieder "dubiose Versuche" aus aller Welt, die Immobilie zu erwerben, unter anderem auch von einem russischen Duma-Abgeordneten. Nun wolle der Staat "den Spuk beenden".

In dem Haus war der spätere deutsche Diktator am 20. April 1889 zur Welt gekommen. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kauften es die Nationalsozialisten, 1952 wurde es der ehemaligen Besitzerfamilie zurückgegeben.

Die Republik Österreich schloss später einen Mietvertrag ab, der immer wieder verlängert wurde. Zeitweise waren in dem Haus, vor dem heute ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus steht, Werkstätten und Tagesheimstätten für Behinderte untergebracht. Seit 2011 steht das Anwesen leer, pro Monat werden nach dem Zeitungsbericht weiterhin rund 4800 Euro Miete fällig. Parallel zum Enteignungsverfahren wolle die Regierung nun eine Kommission einsetzen, die Empfehlungen für eine "adäquate Nutzung" erarbeite.

dpa

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