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Nachrichten Politik Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ist tot
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16:10 16.02.2018
Simbabwes Morgan Tsvangirai ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Quelle: imago/Gallo Images
Johannesburg

Der simbabwische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ist tot. Er sei im Alter von 65 Jahren in einem Johannesburger Krankenhaus gestorben, sagte der Vizepräsident seiner Partei MDC, Elias Mudzuri, am Mittwoch. Tsvangirai hatte zwei Jahre gegen Darmkrebs gekämpft, aber noch in der vergangenen Woche die Hoffnung geäußert, die Opposition bei der für spätestens August erwarteten Wahl anzuführen. Sein Tod kommt nur drei Monate nach dem Sturz seines langjährigen Widersachers Mugabe in Folge eines unblutigen Militärputsches.

Simbabwes früherer Ministerpräsident und langjähriger Oppositionsführer Morgan Richard Tsvangirai hat die Herrschaft von Langzeitpräsident Robert Mugabe bitter am eigenen Leib erfahren. Er musste in seiner rund 30-jährigen politischen Tätigkeit vielfach Haft, Verfolgung, Diffamierung und Lebensgefahr in Kauf nehmen. Eine Narbe an seinem Kopf erinnert daran, dass Andersdenkende in Simbabwe lange Zeit nicht nur Schikanen der Behörden fürchteten: 1997 hatten ihn Agenten in seinem Büro in Harare bewusstlos geprügelt.

Hoffnungsträger der gebildeten Mittelschicht Simbabwes

Der Name des in der Kleinstadt Buhera geborenen Maurersohns stand lange für „Chinja“ - den Wandel. Trotz aller Widerstände und Attacken hat der einstige Gewerkschafter und Katholik im Laufe seiner politischen Karriere stets an friedlichen Aktionen festgehalten. Der siebenfache Vater verkörperte lange Zeit vor allem die Hoffnungen der gebildeten Mittelschicht des Landes, die meist städtisch, weltoffen und angesichts der Wirtschaftsmisere im Lande oft arbeitslos ist. Den Weg in die Politik hatte der bullige Tsvangirai über seine Gewerkschaftsarbeit gefunden.

Sein Tod lässt die Opposition in Unordnung zurück. Tsvangirais Partei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) war über Jahre hinweg der wichtigste Herausforderer der Regierungspartei Zanu-PF und des im November zurückgetretenen Präsidenten Robert Mugabe. Eine Oppositionsallianz hatte ihn als Kandidaten für die bevorstehenden Parlaments- und Präsidentenwahlen vorgesehen. Die Machtkämpfe dürften nun zunehmen. „Wir sind noch in Trauer. Jetzt ist nicht die Zeit darüber zu sprechen“, sagte der Sprecher der MDC.

Vom treu Ergebenen zum scharfen Kritiker

Von 2008 bis 2013 regierte Tsvangirai in einer Koalition mit Mugabe, nachdem er die Präsidentenwahl vor zehn Jahren knapp verloren und eine Stichwahl wegen angeblicher Gewalt gegen seine Unterstützer boykottiert hatte. 2013 gewann Mugabe eine weitere umstrittene Wahl.

Nach Simbabwes Unabhängigkeit 1980 war Tsvangirai Mugabes Zanu-PF beigetreten und in die Führungsetage der Gewerkschaften im Land aufgestiegen. Unter ihm wurde der Kongress der Gewerkschaften, eine bis dahin Mugabe treu ergebene Organisation, zu dessen scharfem Kritiker. Viele Jahre später, 1999, gründete Tsvangirai die MDC und wurde damit schnell zum ernsthaften Gegner der Zanu-PF.

„Morgan Tsvangirai wird als einer von Simbabwes großen Patrioten in Erinnerung bleiben“, sagte der Oppositionelle David Coltart am Mittwochabend. „Auch wenn er, wie alle von uns, Fehler gemacht hat. Keiner von uns hat sein Engagement dafür je bezweifelt, Simbabwe in einen modernen, toleranten Staat zu wandeln.“

Von RND/dpa/AP

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