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Politik Pakistans Taliban erklären Friedensgesprächen eine Absage
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17:24 07.11.2013
Der Anschlag auf Malala Yousafzai, hier im Oktober in London, hatte international für Entsetzen gesorgt. Quelle: Yui Mok / Pa Wire
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Islamabad

Eine Schura habe Maulana Fazlullah aus dem Swat-Tal zum neuen Chef der Dachorganisation ernannt, sagte TTP-Sprecher Shahidullah Shahid am Donnerstag. Der bisherige TTP-Anführer Hakimullah Mehsud war am Freitag vergangener Woche kurz vor geplanten Friedensgesprächen mit der Regierung bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Die Taliban erteilten den Gesprächen am Donnerstag eine klare Absage.

Fazlullahs Taliban-Gruppe hatte sich zu dem Anschlag auf Malala Yousafzai im Oktober vergangenen Jahres bekannt, der international für Entsetzen sorgte. Die damals 15-Jährige überlebte einen gezielten Kopfschuss schwer verletzt. Sie setzt sich seitdem weltweit für Mädchenbildung ein und wurde im vergangenen Monat unter anderem von US-Präsident Barack Obama empfangen. Heute lebt sie in Birmingham. Die pakistanische Regierung geht davon aus, dass Fazlullah nach einer Militäroffensive im Swat-Tal 2009 nach Afghanistan floh.

Fazlullahs Ernennung ist ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen der Regierung in Islamabad, mit den Taliban zu verhandeln. Er gehört innerhalb der TTP zu den Hardlinern, die Friedensgespräche strikt ablehnen. TTP-Sprecher Shahid teilte nach Fazlullahs Ernennung mit: "Wir glauben, dass die pakistanische Regierung ein Partner Amerikas ist (...) und wir werden nie mit ihr reden."

Zu dem US-Drohnenangriff auf Mehsud war es einen Tag vor dem geplanten Beginn von Gesprächen gekommen, zu denen der TTP-Anführer sich bereit erklärt hatte. Die pakistanische Regierung warf Washington daraufhin vor, die Verhandlungen zu "sabotieren". Premierminister Nawaz Sharif verlieh aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass die TTP trotz Mehsuds Tod verhandlungsbereit sei. Die USA haben die TTP als terroristische Vereinigung eingestuft.

Die TTP ist ein Zusammenschluss von mehr als einem Dutzend extremistischer Taliban-Gruppen. Gegründet wurde sie im Jahr 2007 von Baitullah Mehsud. Er war 2009 bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Ihm folgte Hakimullah Mehsud. Fazlullah ist der erste TTP-Chef, der nicht aus dem Mehsud-Clan und nicht aus den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze stammt. Zu seinem Stellvertreter wurde Sheikh Khalid Haqqani bestimmt. Nach Hakimullahs Mehsuds Tod hat die TTP Vergeltungsanschläge angekündigt.

Fazlullah war unter den Namen "FM Maulana" oder "Mullah Radio" bekanntgeworden, weil er eine illegale Radiostation im Swat-Tal betrieb. Mit dem Sender hetzte er gegen die pakistanische Regierung und den Westen. Er forderte die Einführung der Scharia im Swat-Tal, das seine Taliban vor der Militäroffensive 2009 weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

dpa

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