Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Parlamentswahl in Serbien bringt Rechtsruck

Wahlen Parlamentswahl in Serbien bringt Rechtsruck

Die Extremisten sind in Serbien durch die Parlamentswahl wieder erstarkt. Regierungschef Vucic schafft zwar die absolute Mehrheit. Doch auch für ihn wird es schwerer.

Voriger Artikel
Sarrazin: Warum Politik so häufig scheitert
Nächster Artikel
Österreich: FPÖ-Erfolg wird auch von AfD beklatscht

«Ich bin sehr stolz auf unsere Ergebnisse», sagt Regierungschef Alexander Vucic nach der Auszählung der Stimmen.

Quelle: Andrej Cukic

Belgrad. Die vorgezogene Parlamentswahl hat Serbien am Sonntag einen deutlichen Rechtsruck gebracht. Die extremen Nationalisten (SRS) unter dem vom UN-Kriegsverbrechertribunal freigesprochenen Vojislav Seselj erzielten acht Prozent der Stimmen.

Sie stellen erstmals seit Jahren wieder 22 Abgeordnete im Parlament mit 250 Sitzen - und sind sogar zur Nummer drei aufgestiegen. Gemeinsam mit einer zweiten radikalen Partei (Dveri-DSS) konnte die extreme Rechte damit 13 Prozent der Wähler für sich gewinnen.

Klarer Wahlsieger ist mit gut 48 Prozent die Fortschrittspartei (SNS) des amtierenden Regierungschefs Aleksandar Vucic. Zwar liege die SNS mit einem ähnlichen Ergebnis wie vor zwei Jahren haushoch an erster Stelle. Weil aber jetzt mehr Parteien als damals in der Volksvertretung Platz nehmen, verringere sich die Zahl ihrer Abgeordneten von 158 auf 131. Auch der bisherige sozialistische Koalitionspartner (SPS) musste den Verlust von 14 Sitzen auf in Zukunft 30 hinnehmen.

Die zerstrittene bürgerliche Opposition schnitt enttäuschend ab. Die drei Parteien erreichten zusammen nur 17 Prozent und stellen 45 Abgeordnete. Allerdings konnte die neue Partei "Es reicht" des von Vucic vor Jahren entlassenen Wirtschaftsministers Sasa Radulovic innerhalb dieser Gruppe den größten Stimmenzuwachs verbuchen. Radulovic gilt vielen Vucic-Kritikern als neuer Stern am Polithimmel. Er setzt sich für eine technische Allparteien-Regierung ein, die ein Jahr lang tiefe Reformen durchführt und dann Neuwahlen ausschreibt. Das stößt allerdings bei keiner anderen Partei auf Gegenliebe.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161203-99-408078_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Real macht Barças Siegträume in 90. Minute zunichte

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?