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Politik Philippinischer Präsident bezeichnet Obama als "Hurensohn"
Nachrichten Politik Philippinischer Präsident bezeichnet Obama als "Hurensohn"
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14:46 06.09.2016
Der philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte hat US-Präsident Barack Obama als «Hurensohn» beschimpft. Foto: Ace Morandante / Ppd / Handout
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Vientiane

US-Präsident Barack Obama hat ein Treffen mit seinem neuen philippinischen Amtskollegen Rodrigo Duterte platzen lassen, nachdem ihn dieser als Hurensohn beleidigt hatte.

Der 71-Jährige war aus der Haut gefahren, als er hörte, dass Obama ihn auf seine umstrittene harte Anti-Drogen-Politik ansprechen wollte. Später entschuldigte Duterte sich halbherzig. Das erste bilaterale Gespräch zwischen den beiden Präsidenten sollte am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in der laotischen Hauptstadt Vientiane stattfinden.

Der Gipfel begann mit politischen Beratungen der zehn Asean-Mitglieder, aber im Konferenzzentrum war Dutertes Entgleisung das Hauptthema. Duterte propagiert kurzen Prozess mit Drogendealern. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni wurden schon mehr als 1000 Menschen bei Polizeieinsätzen getötet. Menschenrechtler haben Alarm geschlagen.

"Du musst mir Respekt zollen", sagte Duterte im Vorfeld an die Adresse Obamas. "Wirf mir nicht einfach Fragen und Einschätzungen hin. Hurensohn, ich werde Dich bei dem Forum verfluchen." Das Weiße Haus sagte das Treffen ab. "Er ist sicher ein bunter Vogel", sagte Obama.

"Es tut uns leid, wenn dies als persönliche Attacke auf den US-Präsidenten rüberkam", sagte Duterte später in einer Stellungnahme. Er würde sich freuen, Obama bei anderer Gelegenheit zu treffen. Die Chancen sind aber gering. Obama scheidet im Januar aus dem Amt, eine Einladung ins Weiße Haus gilt als unwahrscheinlich. Die Länder sind enge Verbündete. Der Inselstaat am Pazifik war von 1898 bis 1946 US-Kolonie. Die USA haben Soldaten dort stationiert.

Die Asean-Mitglieder diskutierten am Dienstag über die Konjunktur. Das heiße Thema der chinesischen Hoheitsansprüche im Südchinesischen Meer sollte in der Abschlusserklärung am Mittwoch zur Sprache kommen.

Ein Schiedsgericht hat die Ansprüche zwar zurückgewiesen, aber Peking fühlt sich nicht daran gebunden. Von den zehn Asean-Mitgliedern streiten vor allem Vietnam und die Philippinen mit China um Atolle und Fischereizonen. China wurde in einem Entwurf der Erklärung zwar nicht beim Namen genannt. Erwähnt werden aber chinesische Aktivitäten wie Militärübungen und Landaufschüttungen. Das erhöhe Spannungen und könnte den Frieden gefährden, hieß es in einem Entwurf.

dpa

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