Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Planung von Friedensgesprächen: Pakistans Armeechef in Kabul

Konflikte Planung von Friedensgesprächen: Pakistans Armeechef in Kabul

Pakistan will Afghanistan helfen, sich mit den Taliban auszusöhnen. Es war das Hauptthema eines hochrangigen Treffens in Kabul. Aber Pakistan hätte auch gerne etwas dafür: zum Beispiel Hilfe bei der Erfassung eines Verbrechers, der sich in Afghanistan verbirgt.

Voriger Artikel
Größtes Hackertreffen Europas in Hamburg gestartet
Nächster Artikel
Nach tödlicher Attacke: Debatte um Gewalt gegen Polizisten

Pakistans Armeechef Raheel Sharif. Zur Planung von Friedensgesprächen ist Sharif nach Kabul gereist. Foto: Kay Nietfeld

Kabul/Islamabad. Zur Planung von Friedensgesprächen mit den Taliban ist der pakistanische Armeechef Raheel Sharif nach Afghanistan gereist. Es war sein erster Besuch seit sieben Monaten.

Er traf Präsident Aschraf Ghani, Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah sowie Verteidigungsminister Massum Staneksai.

Die Gespräche seien "fruchtbar" gewesen, sagt Regierungssprecher Dschawed Faisal. Man werde nun abwarten, ob Pakistan wirklich liefern könne.

Pakistan ist ein wichtiger Partner für Friedensgespräche. Dem Land wird vorgeworfen, die afghanischen Taliban zu unterstützen.

Bei den Treffen sei es zudem um die gemeinsame Terrorbekämpfung gegangen, sagte Faisal. Damit sind vermutlich Einsätze gegen Zellen der Terrormiliz Islamischer Staat gemeint. Die wird in beiden Ländern aktiver und will grenzübergreifend die sogenannte Provinz Khorasan etablieren.

Vor der Reise hatte das pakistanische Außenministerium mitgeteilt, Pakistan wolle außerdem über die bessere Sicherung der porösen Grenze sowie den Austausch von Informationen der Geheimdienste diskutieren. Einzelheiten hierzu wurden zunächst nicht bekannt. Es dürfte auch um afghanische Hilfe für die Ergreifung des Mannes gegangen sein, der das Schulmassaker von Peshawar befohlen hatte: der Talibananführer Mullah Fazlullah. Darauf drängt Pakistan seit langem. Vor einem Jahr hatten pakistanische Taliban in einer Schule 136 Kinder getötet. Fazlullah verbirgt sich in Afghanistan.

Im Sommer war eine erste Runde Friedensgespräche mit Taliban im pakistanischen Murree gescheitert, nachdem von unbekannter Seite die Nachricht vom Tode des langjährigen Talibanchefs Mullah Omar lanciert worden war. Das stürzte die Taliban in Nachfolgestreitigkeiten, die bis heute andauern. Anfang Dezember hatten beide Regierungen beschlossen, erneut zu versuchen, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
29d5ac3e-bdf7-11e6-93cf-1fd3784f57b6
Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Hildegard Hamm-Brüchers prägte die Bundespolitik über viele Jahrzehnte. Die ehemalige FDP-Frau starb am Freitag im Alter von 95 Jahren.

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?