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Polizei: Tödlicher Anschlag von Sydney war wohl Terrorakt

Terrorismus Polizei: Tödlicher Anschlag von Sydney war wohl Terrorakt

Ein 15-Jähriger aus einer irakisch-kurdischen Familie hat in Australien einen Polizeimitarbeiter erschossen. Die Polizei vermutet einen Terrorakt. Eine Erklärung für die Tat gibt es bislang nicht.

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Polizeichef Andrew Scipione: Man glaube, dass die Tat «politisch motiviert» war.

Quelle: David Moir

Sydney. Nach der Erschießung eines Polizeimitarbeiters in Sydney gehen Ermittler in Australien von einem Terrorakt aus. Man glaube, dass die Tat des 15 Jahre alten Todesschützen "politisch motiviert" gewesen sei, sagte Polizeichef Andrew Scipione.

Das 58 Jahre alte Opfer - seit 17 Jahren Zivilbeschäftigter der Polizei - war am Freitag beim Verlassen der Polizeizentrale getötet worden. Der 15-Jährige wurde nach der Tat von der Polizei erschossen.

Der im Iran geborene Jugendliche hat nach den Ermittlungen allein gehandelt. Zwischen dem Todesschützen und seinem Opfer habe keine Verbindung bestanden. Vermutlich sei der Mitarbeiter nur deshalb zum Ziel geworden, weil er gerade das Polizeihauptgebäude verlassen hatte. Nach Polizeiangaben war der Todesschütze zuvor an einer unbewaffneten Polizeibeamtin in Zivilkleidung vorbeigegangen. Er habe dem 58-Jährigen aus nächster Nähe von hinten in den Kopf geschossen. Danach habe er eine Schießerei mit bewaffneten Polizisten begonnen.

Der 15-Jährige stammt den Ermittlungen zufolge aus einer irakisch-kurdischen Familie, mit der er nach Australien gekommen sei. Der Jugendliche sei der Polizei nicht bekannt gewesen. Auch habe es keine Warnung vor einem Anschlag auf die Polizeizentrale gegeben, betonte Scipione.

Nach Informationen des Senders ABC hat die Schwester des Todesschützen Australien in Richtung Istanbul verlassen. Sie sei vermutlich auf dem Weg in den Irak oder nach Syrien.

Die Tageszeitung "Sidney Morning Herald" berichtete, der 15-Jährige habe eine nur 300 Meter vom Polizeihauptquartier entfernte Schule im Westen von Sydney besucht. Vor der Tat habe der Junge eine Moschee besucht und dort ein schwarzes Gewand angelegt.

Der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull warnte davor, der muslimischen Gemeinschaft in Lande Vorwürfe zu machen. Deren Mitglieder seien besonders schockiert und erschüttert über die Tat.

Australiens Polizei hat im Frühjahr nach eigenen Angaben mindestens zwei Terroranschläge verhindert. Sie nahm demnach im Mai in Melbourne einen 17-Jährigen fest, bei dem drei halbfertige Sprengsätze gefunden worden seien. Im April wurden fünf Teenager festgenommen, die einen Anschlag am Gedenktag für die Opfer des Ersten Weltkriegs geplant haben sollen. Ein britischer Teenager, der sie angestiftet hatte, Polizisten zu enthaupten, wurde am Freitag in Großbritannien zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte ein gebürtiger Iraner in einem Café stundenlang mehr als ein Dutzend Geiseln genommen und behauptete, im Namen der Terrormiliz IS zu handeln. Die Polizei stürmte das Café. Dabei kamen der Täter und zwei Geiseln ums Leben.

dpa

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