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Politik Pro-Brexit-Demo: Tausende schließen sich Rechtsextremen an
Nachrichten Politik Pro-Brexit-Demo: Tausende schließen sich Rechtsextremen an
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21:10 09.12.2018
In London haben sich Tausende einer Demonstration von Tommy Robinson, einem rechtsextremen Aktivisten, angeschlossen. Quelle: Getty Images
London

Angeführt von dem rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson haben Tausende Menschen am Sonntag in London für den Brexit demonstriert. Der Gründer der islamfeindlichen Organisation English Defence League protestierte gemeinsam mit Anhängern der EU-feindlichen Ukip-Partei.

An einer Gegendemonstration von Unterstützern der oppositionellen Labour-Partei nahmen nach Veranstalterangaben deutlich mehr - etwa 15 000 Menschen - teil. Scotland Yard verhängte starke Restriktionen, um Zusammenstöße zwischen den beiden Protestzügen in der britischen Hauptstadt zu verhindern. Die Polizei gab keine Schätzungen zur Teilnehmerzahl ab.

Ukip-Chef verlässt die Partei

Robinson ist ein Berater von Gerard Batten, der seit vergangenem April Vorsitzender der Ukip ist. Der ehemalige Ukip-Chef Nigel Farage kündigte kürzlich an, sein Parteibuch zurückzugeben. Ukip öffne sich immer stärker extremistischen Kräften, begründete er den Schritt.

Tommy Robinson, rechtsextremer Aktivist aus Großbritannien und Berater der EU-feindlichen Ukip-Partei, spricht auf einer Pro-Brexit-Demonstration. Quelle: Gareth Fuller/dpa

Das Parlament in London wird am Dienstagabend über das mit der Europäischen Union ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen. Die Chancen für Premierministerin Theresa May, ihre Pläne im Unterhaus durchzusetzen, stehen äußerst schlecht.

Chancen für Brexit-Deal sinken

Kurz vor der entscheidenden Brexit-Abstimmung am Dienstag im Londoner Parlament wird eine Niederlage für Premierministerin Theresa May immer wahrscheinlicher. Am Sonntag warnte sie ihre Parteimitglieder eindringlich davor, gegen das mit Brüssel ausgehandelte Abkommen zum EU-Austritt zu stimmen. Im Falle einer Niederlage sind auch ein Rücktritt Mays und Neuwahlen möglich.

Hier lesen:
Wer will was im Brexit-Streit?

Mehr als 100 Tories haben bereits signalisiert, dass sie nicht mit dem Brexit-Abkommen einverstanden sind. Auch die nordirische DUP, auf deren Stimmen Mays Minderheitsregierung angewiesen ist, und die Opposition kündigten Widerstand an. Labour-Chef Corbyn wittert in Neuwahlen seine Chance. Mehrere Minister und andere hochrangige Regierungsvertreter sind bereits aus Protest zurückgetreten. Weitere Rücktritte in den nächsten Tagen werden nicht ausgeschlossen.

Von RND/dpa