Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Prognosen sehen Poroschenko in der Ukraine vorn
Nachrichten Politik Prognosen sehen Poroschenko in der Ukraine vorn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:34 25.05.2014
Poroschenko zeigte sich schon bei der Stimmabgabe siegesgewiss. Quelle: Sergey Dolzhenko
Kiew/Donezk

Der frühere Wirtschafts- und Außenminister Poroschenko lag in mehreren Wählerbefragungen bei über 55 Prozent der Stimmen. In seiner Siegesrede kündigte Poroschenko einen klaren Westkurs der früheren Sowjetrepublik an.

Unter dem Schutz bewaffneter Polizisten gaben Millionen Ukrainer mitten in der schwersten Krise des Landes ihre Stimme ab. In den von Aufständischen kontrollierten Regionen im Osten öffnete nur ein Teil der Wahllokale. Örtliche Medien berichteten von vereinzelten Übergriffen moskautreuer Kräfte auf Wahlstellen. Bei Auseinandersetzungen kamen mehrere Soldaten sowie ein italienischer Fotograf ums Leben. Viele Einwohner der Gebiete Donezk und Lugansk trauten sich nicht zur Wahl oder fanden keine Möglichkeit zur Stimmabgabe vor.

Nach unbestätigten Angaben siegte der frühere Boxprofi Vitali Klitschko, bei der Bürgermeisterwahl in Kiew. Poroschenko gratulierte seinem politischen Verbündeten zur Wahl und verwies dabei auf eigene Informationen seines Wahlkampfstabs.

Poroschenko kündigte an, für Stabilität zu sorgen. "Die Bewaffneten müssen von den Straßen der Städte und Dörfer verschwinden", sagte der Oligarch und Süßwaren-Produzent in Kiew. Poroschenko tritt trotz aller Ressentiments für einen Dialog mit dem großen Nachbarn Russland ein. Allerdings hat er immer wieder deutlich gemacht, dass der Staat gegenüber den bewaffneten, prorussischen Separatisten keine Schwäche zeigen dürfe. In den Umfragen lag die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko mit deutlichem Abstand auf Platz zwei.

Die Ukraine ist seit der Amtsenthebung und Flucht von Präsident Viktor Janukowitsch ins russische Exil Mitte Februar ohne gewählten Staatschef.

Die Regierung in Kiew, die EU und die USA hoffen, dass die Abstimmung die Lage in der Ukraine stabilisiert. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Samstag im Gespräch mit Vertretern internationaler Medien bekräftigt, Moskau werde das Votum respektieren, sprach aber nicht ausdrücklich von einer "Anerkennung".

Die Regierung in Kiew hatte die Rekordzahl von etwa 3000 internationalen Wahlbeobachtern aus rund 20 Ländern eingeladen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kündigte an, mit etwa 1000 Experten im Einsatz sein, darunter nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier rund 100 Deutsche.

Insgesamt waren etwa 35 Millionen Menschen wahlberechtigt. Mit eingerechnet sind auch die Einwohner der Schwarzmeerhalbinsel Krim, die Russland gegen internationalen Protest annektiert hatte. In den von Separatisten teilweise kontrollierten östlichen Gebieten leben etwa 6,5 Millionen Menschen

Bei der Wahl in der zweitgrößten Stadt Charkow im Nordosten gab es im Tagesverlauf keine Zwischenfälle. Dagegen öffnete in den Gebieten Donezk und Lugansk nur ein geringer Teil der Wahllokale.

Die Gebietshauptstadt Lugansk ist vollständig unter Kontrolle prorussischer Separatisten. In zwei Städten wurden zudem die Bürgermeisterwahlen abgesagt. In der Region halten moskautreue Kräfte zahlreiche Verwaltungsgebäude besetzt. Die Separatisten haben sich nach umstrittenen Referenden von Kiew losgesagt.

dpa

Polens kommunistischer Ex-Staatschef Wojciech Jaruzelski ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren nach langer Krankheit in einem Warschauer Krankenhaus, wie die Klinik offiziell bekanntgab.

25.05.2014

Nach dem blutigen Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel haben die Behörden eine beispiellose Großfahndung nach dem unbekannten Täter eröffnet. Bei dem Gewaltverbrechen starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft drei Menschen, ein Touristenpaar aus Israel und eine Französin.

25.05.2014

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder (34), scheidet aus dem CDU-Parteipräsidium aus. "Ich ziehe mich aus dem Präsidium zurück", sagte er der "Welt".

25.05.2014