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Prozess gegen KZ-Sanitäter wegen Krankheit ausgesetzt

Prozesse Prozess gegen KZ-Sanitäter wegen Krankheit ausgesetzt

Wegen Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen soll sich ein ehemaliger SS-Mann aus dem KZ Auschwitz vor Gericht verantworten. Das scheiterte jetzt erneut, weil der 95-Jährige als nicht verhandlungsfähig gilt. Ob dem Mann noch der Prozess gemacht werden kann, ist unklar.

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Journalisten im Landgericht Neubrandenburg vor dem leeren Platz des Angeklagten. Der heute 95-Jährige ist zum Prozessauftakt aus gesundheitlichen Gründen nicht erschienen.

Quelle: Bernd Wüstneck

Neubrandenburg. Der Prozess gegen einen ehemaligen SS-Sanitäter in Neubrandenburg wegen Beihilfe zum Mord im KZ Auschwitz ist auch im zweiten Anlauf gescheitert.

Die Schwurgerichtskammer setzte den Prozess am Montag wegen Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten aus. Eine Amtsärztin hatte den 95-Jährigen am Morgen untersucht und wegen mehrerer Leiden, unter anderem Bluthochdruck, für nicht verhandlungsfähig erklärt, wie der Vorsitzende Richter Klaus Kabisch sagte.

Die Kammer ordnete eine umfassende internistische und kardiologische Untersuchung des Mannes in einer Klinik an. Vom Ergebnis hänge der weitere Verlauf des Verfahrens ab, sagte Gerichtssprecher Carl Christian Deutsch. Ein neuer Prozesstermin wurde nicht festgelegt.

Die angeschlagene Gesundheit des ehemaligen KZ-Sanitäters bestimmt seit Monaten den Verfahrensverlauf. Die Kammer hatte deswegen im vergangenen Jahr ein Verfahren abgelehnt. Das Oberlandesgericht ordnete aber an, dass der Prozess stattfinden solle. Der erste Anlauf war Ende Februar daran gescheitert, dass der Angeklagte wegen Krankheit verhandlungsunfähig war und nicht erschien. Er hatte sich zudem einen Arm gebrochen.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt seit Anfang 2014 gegen den ehemaligen Landarbeiter aus der Nähe von Neubrandenburg. Laut Anklage war er von Mitte August 1944 an für einen Monat im Lager Auschwitz-Birkenau stationiert. In dieser Zeit seien dort 14 Deportationszüge mit Häftlingen angekommen. Von diesen seien mindestens 3681 Menschen in Gaskammern umgebracht worden. Drei Überlebende treten vor Gericht als Nebenkläger auf.

dpa

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