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Rätsel um Palme-Mord auch nach 30 Jahren ungelöst

Kriminalität Rätsel um Palme-Mord auch nach 30 Jahren ungelöst

Ein Winterabend 1986 versetzt ganz Schweden in einen Schockzustand. Regierungschef Olof Palme ist tot. Kaltblütig ermordet, nach einem Kinobesuch. Seinen Mörder suchen die Ermittler immer noch.

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Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme im Jahr 1984.

Quelle: Tobbe Gustavsson/Archiv

Stockholm. 30 Jahre nach dem Mord an dem damaligen schwedischen Regierungschef Olof Palme rätseln die Ermittler immer noch an dem Fall.

"Es ist ein Trauma für das Land, dass wir den Mord nicht aufgeklärt haben", sagte Staatsanwältin Kerstin Skarp bei einer Pressekonferenz in Stockholm am Donnerstag.

Der sozialdemokratische Politiker war am 28. Februar 1986 auf offener Straße erschossen worden, als er mit seiner Frau auf dem Heimweg von einem Kinobesuch in der Stockholmer Innenstadt war. Ein Schuss streifte Lisbet Palme. Der Mörder konnte entwischen. Bis heute hat die Polizei weder ihn noch das Motiv zweifelsfrei ausgemacht.

Wegen zahlreicher schwerer Pannen waren die Ermittler nach der Tat stark kritisiert worden. Einige Fehler räumen die Beamten heute ein: So sei der Tatort zu spät abgesperrt worden, erklärte der Leiter der sogenannten Palme-Gruppe, Hans Melander, am Donnerstag. Die Kugeln aus der Tatwaffe hatten Passanten gefunden.

Gemeinsam mit fünf Kollegen ist Melander mit den Mordermittlungen beauftragt. Um das Verbrechen aufzuklären, hofft die Gruppe auf die Hilfe der Bevölkerung. "Wir nehmen die ganze Zeit Tipps entgegen", sagte der Ermittlungschef in Stockholm. Im vergangenen Jahr seien 100 Hinweise bei der Polizei eingegangen und analysiert worden. Ob eine heiße Spur dabei sei, wollte Melander nicht sagen.

Mehr als 10 000 Zeugen wurden im Laufe der Jahre zu dem Mord vernommen, 133 Menschen bekannten sich zu der Tat. Keines der Geständnisse war glaubwürdig. Der Hauptverdächtige Christer Petterson, den Palmes Witwe Lisbet als Täter identifiziert hatte, wurde erst verurteilt, in zweiter Instanz aber mangels sicherer Beweise freigesprochen. Der Drogenabhängige starb 2004, ohne dass ihm das Verbrechen nachgewiesen werden konnte.

Auch von der Tatwaffe fehlt Jahrzehnte nach dem Verbrechen jede Spur. Zuletzt war im Dezember 2015 ein Revolver aufgetaucht, bei dem es sich angeblich um die Mordwaffe handeln sollte. Eine Untersuchung ergab aber, dass Palme nicht damit getötet worden war.

dpa

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