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Politik Das wirft China dem Ex-Interpol-Chef vor
Nachrichten Politik Das wirft China dem Ex-Interpol-Chef vor
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09:04 08.10.2018
Meng Hongwei im Juli 2017 Quelle: Wong Maye-E/AP/dpa
Peking/Lyon

Der in China festgehaltene frühere Interpol-Chef Meng Hongwei steht unter Korruptionsverdacht. Das teilte Chinas Ministerium für öffentliche Sicherheit auf seiner Webseite mit. Damit hat sich Chinas Regierung erstmals genauer zu den Gründen für Hongweis Festnahme geäußert.

Der erste Chinese an der Spitze der internationalen Polizeiorganisation war am 25. September während einer Reise nach China verschwunden. Es dauerte fast zwei Wochen, bis die chinesischen Behörden erst nach einer Vermisstenanzeige seiner in Frankreich lebenden Familie am Sonntag seine Festnahme bestätigten. Interpol erhielt am gleichen Tag zudem eine Erklärung des Chinesen, in der dieser seinen sofortigen Rücktritt erklärte.

Letztes Lebenszeichen: ein Emoji

Das Vorgehen gegen den Vizepolizeiminister, der stark im internationalen Rampenlicht stand, ist höchst ungewöhnlich. Experten sahen einen Schlag für die Reputation Chinas und seine Bemühungen, durch eigene Vertreter in internationalen Organisationen eine größere Führungsrolle weltweit zu übernehmen. So galt die Berufung Meng Hongweis an die Spitze von Interpol 2016 als Erfolg Chinas, sich mit seinem gewachsenen Gewicht auf der globalen Bühne durchzusetzen.

Die Personalie war international umstritten und hatte auch Menschenrechtler besorgt. Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen. Es ist die wichtigste internationale Polizeiorganisation und hat ihren Sitz im französischen Lyon. Die 192 Mitgliedstaaten tauschen unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Seine Frau hatte Meng Hongwei vergangene Woche bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war. Als letztes Lebenszeichen erhielt sie von ihm auf dem Handy nur ein Emoji mit einem Messer, was sie beunruhigte. Interpol teilte mit, dass Vizepräsident Kim Jong Yang aus Südkorea vorübergehend die Präsidentschaft übernehme. Die Generalversammlung soll im November einen Nachfolger wählen.

Von RND/dpa

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