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Rechte Zeitschrift hat Konsequenzen für zwei Polizisten

Migration Rechte Zeitschrift hat Konsequenzen für zwei Polizisten

Hinter der Windschutzscheibe eines Streifenwagens prangt eine rechte Zeitschrift mit dem Konterfei von AfD-Chefin Petry - ausgerechnet am Rande einer AfD-Kundgebung. Für zwei Thüringer Polizisten hat das jetzt ein Nachspiel.

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Landtagspräsident Carius warnte davor, die Thüringer Polizei pauschal zu verurteilen.

Quelle: Martin Schutt/Archiv

Jena/Erfurt. Das deutlich sichtbare Platzieren einer rechten Zeitschrift hinter der Windschutzscheibe eines Einsatzwagens hat für zwei Thüringer Polizeibeamte Konsequenzen.

Die beiden Erfurter Bereitschaftspolizisten wurden mit sofortiger Wirkung in eine andere Dienststelle versetzt. Die Landeseinsatzzentrale bestätigte einen entsprechenden Bericht des Radiosenders MDR Info. Gegen die Beamten wurde den Angaben zufolge ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Die Polizisten hatten am Mittwoch vor einer AfD-Kundgebung in Jena die rechtsgerichtete Zeitschrift "Compact" hinter der Windschutzscheibe ihres Einsatzwagens angebracht. Auf dem Titel war die AfD-Chefin Frauke Petry zu sehen.

"Das ist provozierend und extrem unprofessionell", sagte der Thüringer GdP-Landeschef Kai Christ der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei sei während des Dienstes zur politischen Neutralität verpflichtet. Christ sprach von einem Einzelfall. "Davon lässt sich keinesfalls ableiten, dass die Thüringer Polizei grundsätzlich rechts orientiert ist." Auch Landtagspräsident Christian Carius warnte davor, die Thüringer Polizei pauschal zu verurteilen. "Sie macht im Grundsatz eine gute Arbeit", sagte er.

Die Polizei hatte sich schon am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter entschuldigt. Dort war die Frage nach ihrer Neutralität aufgekommen. "Wir sind selbstverständlich unparteiisch! Sorry trotzdem", so die Antwort.

Bereits Ende 2015 war im Internet ein Bild von einem Thüringer Polizisten aufgetaucht, der auf seinem Schlagstock einen Sticker mit rechtsextremen Parolen trug. In einem anderen Fall soll ein Beamter auf Facebook rechtsextreme Parolen gepostet haben.

In Jena hatten am Mittwochabend etwa 2500 Menschen lautstark gegen die AfD-Kundgebung protestiert, an der laut Polizei etwa 550 Menschen teilnahmen. Fünf AfD-Demonstranten wurden auf dem Weg zur Kundgebung von 20 bis 25 teilweise Vermummten angegriffen und verletzt. Nach Angaben der Jenaer Landespolizeiinspektion erhielt eines der Opfer einen Schlag mit einer Glasflasche auf den Kopf; andere wurden mit Stahlkappenschuhen getreten.

Als Gegendemonstranten Absperrungen durchbrechen wollten, setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Bei dem Einsatz wurden auch drei Polizeibeamte verletzt.

dpa

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