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Gauland kritisiert Lucke nach AfD-Austritt

Parteigründer wirft hin Gauland kritisiert Lucke nach AfD-Austritt

Nach dem Rechtsruck der AfD auf ihrem Parteitag in Essen verlassen immer mehr Mitglieder die Partei. Jetzt wirft auch Parteigründer Bernd Lucke hin. Er hat seinen Austritt am Mittwoch in Straßburg erklärt. Der Brandenburger AfD-Chef Alexander Gauland tritt nach und findet deutliche Worte für Lucke.

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Bernd Lucke (rechts) und Alexander Gauland.

Quelle: dpa

Potsdam. Bei ihrem Parteitag in Essen hat sich die AfD mit der Wahl Frauke Petrys zur neuen Parteichefin für einen Rechtsruck entschieden und so die Partei gespalten. Viele Anhänger von Bernd Lucke, die den Rechtsruck kritisierten und auf einen wirtschaftsliberalen Kurs hofften, wandten sich von der AfD ab. Nun ist auch der Parteigründer Bernd Lucke ausgetreten. Das hat der Europaabgeordnete am Mittwoch in Straßburg, am Rande der Sitzung des Europäischen Parlaments, gesagt.

Lucke: Lehne politische Vorstellung der AfD ab

Lucke sagte in Straßburg, er wolle nicht als «bürgerliches Aushängeschild für politische Vorstellungen missbraucht werden», die er aus tiefster Überzeugung ablehne. Zu diesen Vorstellungen, die in der AfD inzwischen weit verbreitet seien, zählten eine antiamerikanische Grundhaltung, ausländerfeindliche Ansichten und fundamentale Systemkritik.

Gauland: "Lucke ist wirklich kein guter Parteiführer“

Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland hat die Ankündigung von Parteigründer Bernd Lucke bedauert, aus der Partei auszutreten. „Ich finde es schade, ich hätte mir gewünscht, dass er dabei bleibt und um seine Ansichten in der Partei  kämpft“, sagte Gauland am Mittwoch in Potsdam. Dass Lucke mit der möglichen Gründung einer neuen Partei Erfolg haben könnte, glaubt Gauland nicht. „Bernd Lucke ist wirklich kein guter Parteiführer“, sagte der Brandenburger Landesvorsitzende. „Er hat nur immer sich im Mittelpunkt gesehen und nicht die Partei, und dieser Fehler wird ihm wahrscheinlich auch wieder passieren, wenn er eine neue Partei gründet.“

Auch  Alexander Gauland steht für den Rechtsruck der Partei. Er war in der Vergangenheit immer wieder mit populistischen Äußerungen, speziell zur Flüchtlingspolitik, aufgefallen.

Verein Weckruf will Parteineugründung

Der vom abgewählten AfD-Chef Bernd Lucke und einigen Mitstreitern gegründete Verein „Weckruf 2015“ könnte demnächst zu einer neuen Partei werden. Von bisher 2000 Teilnehmern einer Umfrage unter den Unterstützern votierten nach Informationen von „Zeit Online“ bis Mittwochabend 1500 dafür, eine neue Partei zu gründen. Drei Viertel der Befragten sprachen sich demnach dafür aus, aus der AfD auszutreten. Beide Gruppen seien weitgehend deckungsgleich, hieß es.

Lucke gesteht Fehler ein

Bei einem Mitgliederparteitag in Essen hatten sich am Wochenende die nationalkonservativen Kräfte in der AfD klar durchgesetzt. Zur ersten Vorsitzenden wurde die frühere Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen gewählt, Lucke gehört dem neuen Bundesvorstand nicht mehr an. Vorangegangen war ein monatelanger Machtkampf zwischen Petry und Lucke, der eher für liberal-konservative Ansichten steht.

In der Erklärung des 52-jährigen heißt es weiter: «Ich habe sicherlich Fehler gemacht und zu den größten gehört zweifellos, dass ich zu spät erkannt habe, in welchem Umfang Mitglieder in die Partei drängten, die die AfD zu einer Protest- und Wutbürgerpartei umgestalten wollen.» Beim Parteitag in Essen habe sich dann gezeigt, dass diese Wutbürger inzwischen in der AfD in der Mehrheit seien.

MAZonline

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