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Rechtsruck in AfD: Lucke-Flügel denkt über neue Partei nach

Parteien Rechtsruck in AfD: Lucke-Flügel denkt über neue Partei nach

Der liberal-konservative Flügel der AfD um Parteigründer Bernd Lucke will noch in dieser Woche über eine mögliche Partei-Neugründung entscheiden. Der von Lucke und einigen Mitstreitern im vergangenen Mai gegründete Verein "Weckruf 2015" teilte am Dienstag mit, man sei entsetzt über den "Rechtsruck" in der AfD.

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Der ehemalige Vorsitzende Bernd Lucke auf dem Parteitag der AfD in Essen.

Quelle: Maja Hitij

Berlin/Straßburg. D.

Mehrere bekannte Mitglieder der Alternative für Deutschland gaben unterdessen ihren Austritt aus der Partei bekannt. Unter ihnen sind der AfD-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Uwe Zimmermann, der Präsident des Bundesschiedsgerichts, Franz Wagner, und die ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende Patricia Casale.

Lucke sagte in Straßburg, die Neugründung einer Partei sei ein Thema, das "massiv auf uns zukommt". Dabei sprach er von vielen Austritten nach dem Sieg seiner Kontrahentin Frauke Petry bei der Vorsitzendenwahl am vergangenen Wochenende. Petry hatte die Wahl in Essen mit den Stimmen der Rechtsnationalen gewonnen.

Der Vorstand des Weckruf-Vereins will bis Mittwochnacht die Haltung seiner Mitgliedern abfragen. Danach werde man ein "starkes Signal" senden, hieß es.

AfD-Pressesprecher Christian Lüth teilte mit, seit dem Parteitag habe die Bundesgeschäftsstelle 512 Austritte registriert. Das seien rund 2,5 Prozent der Mitglieder. Er trat Berichten entgegen, wonach Petry hauptsächlich von AfD-Mitgliedern gewählt worden sein soll, die mit Reisekostenzuschüssen und kostenlosen Busreisen aus den östlichen Landesverbänden zum Parteitag nach Essen gelockt worden seien.

Gemäß einer Auflistung der AfD-Bundesgeschäftsstelle waren rund 26 Prozent der Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen und zwölf Prozent aus Bayern angereist. Aus Sachsen seien lediglich knapp fünf Prozent der Parteitagsbesucher gekommen. Aus Thüringen waren demnach nur 2,5 Prozent der Teilnehmer erschienen.

Mehrere Parteitagsbesucher hatten nach dem Parteitag berichtet, die Unterstützer von Frauke Petry hätten ihren Anhängern vor jedem Wahlgang den Namen des jeweils zu wählenden Mitglieds per Handy geschickt. Insgesamt wurden 13 Mitglieder des Bundesvorstandes und 5 Mitglieder des Bundesschiedsgerichts gewählt.

Die sieben Abgeordneten der AfD im EU-Parlament wollen nach Angaben Luckes ihre Arbeit innerhalb der Fraktion der Konservativen (ECR) fortsetzen. Die Fraktion wird von Euroskeptikern und britischen Tories dominiert. Unter den sieben AfD-Abgeordneten sind nur zwei Petry-Verbündete: Beatrix von Storch und der NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell.

dpa

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